Musarum studii lassus relevare laborem

Si cupis, appropera: te manet hec tabula.

Daneben ist ein Schachbrett gezeichnet.

Berlin.

Wattenbach.


Alte Handzeichnungen von Goldschmiedearbeiten im germanischen Museum.

(Mit 2 Tafeln.)

Bei der großen Aufmerksamkeit, welche jetzt nicht nur Alterthumsfreunde und Kunstforscher, sondern auch die Förderer der lebendigen kunstgewerblichen Bewegung den Goldschmiedearbeiten des 15.-17. Jahrh. zuwenden, haben auch die von den alten Goldschmieden gestochenen Vorlagen erhöhte Bedeutung gewonnen und werden da und dort sowohl als kunstgeschichtlich zu verwerthende Beiträge, wie als Vorlagen für die praktische Thätigkeit reproduciert. Noch mehr aber mag deshalb eine Reproduction jener Blätter sich empfehlen, die sich in der Zeichnung erhalten haben, ohne daß Vervielfältigungen derselben bekannt geworden wären. Wir haben deshalb geglaubt, Aehnliches aus der Sammlung von Handzeichnungen des germanischen Museums wiedergeben zu sollen, und bereits auf Sp. 267 und 268 des vorigen Jahrganges, sowie 15 und 16 des laufenden und als Beilage zu Nr. 7 mehrere solcher Goldschmiedegefäße veröffentlicht. Wir setzen heute die Reihe derselben fort und geben, gleich den früheren auf die halbe Größe der Originale reduciert, eine Kanne und einen Deckelpokal wieder, welche, leicht angetuscht und mit gelber Farbe zur Angabe der Vergoldung überzogen, sich als Nr. 35 und 225 in der Sammlung des Museums befinden. Trotz scheinbarer Gleichheit ist die Behandlung beider Zeichnungen eben so verschieden wie die Kompositionsweise. Sie gehören also verschiedenen und zwar unbekannten Meistern an; die Buchstaben F. A. B. am Fuße der Kanne, wenn sie überhaupt das Monogramm des Meisters bilden, haben sich aus den uns vorliegenden Monogrammenlexiken nicht erklären lassen. Beide Zeichnungen dürften nach der Gesammtform sowohl, als nach der Ornamentik etwa der Mitte des 16. Jahrh. angehören. Der Deckelpokal ist gänzlich vergoldet zu denken, da er ganz gelb belegt ist; an der Kanne sind nur der Henkel und die Hauptgliederungen gelb angelegt, ebenso die Kopfbedeckung des Mannes auf der Spitze, Flügel und Haar des Engelchens am Knaufe.