Im jüngsten Jahrbuche des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande ist bereits Nachricht über dieses merkwürdige Denkmal gegeben und der Versuch einer Restauration desselben durch Zeichnung erläutert.
22) Bei Düben, Prov. Sachsen, wurde im Nov. 1878 ein Münzfund gemacht. Die Münzen, 480 Stück, waren Wendenpfennige von zweierlei Gepräge. Auf dem Av. zeigten beide ein Kreuz in Form eines vierblätterigen Kleeblatts; auf dem Rv. die einen einen Bischofsstab, die andern wieder ein schmales Kreuz. — (Wittenberger Kreisblatt vom 29. November 1878.) — Die Münzen sind schon verkauft.
(Blätter für Münzfreunde, Nr. 74)
23) Am 31. Januar 1879 wurde in Osnabrück auf einem Grundstücke ein kleiner Topf mit einigen Hundert Silbermünzen gefunden. Anscheinend besteht der Fund der Mehrzahl nach aus niederländischen Stücken, so Münzen Philipp’s des Kühnen, Grafen von Flandern (1384–1400). Ferner sind darunter Münzen des Grafen Wilhelm von Hennegau (1404–1417), dann des Herzogs Johann von Brabant, wozu dann noch eine Reihe von Bischofsmünzen kömmt.
(ebendas. nach der Neuen Magdeb. Ztg.)
24) Aus Weimar geht uns von Dr. Paul Mitzschke Nachricht über einen Goldmünzenfund zu, welcher zu Naumburg am Ottmarswege gemacht wurde, in der Nähe einer andern Fundstätte, die vor einigen Jahren alte Silbermünzen geliefert hatte. Im Keller eines niedergerissenen kleinen Hauses wurde ein thönernes Gefäß gefunden, aber zerschlagen und unbeachtet zur Seite geschafft, in welchem sich Münzen befanden, von denen 36 Stück von Gold und einige Silbermünzen, nachdem die Arbeiter den Fund anfangs verheimlicht hatten, zu Tage gekommen. Die Goldstücke sind größtentheils aus den geistlichen Prägestätten des westlichen Deutschlands im 14. und der ersten Hälfte des 15. Jahrh. hervorgegangen. Am zahlreichsten ist Trier vertreten durch 12 Stücke des Erzbischofs Werner (1388–1418), dann Mainz mit 11 Stücken von Johann II. (1397–1419) und Konrad III. (1419–1434), Köln durch 7 von Erzbischof Friedrich III. (1370–1414) und Dietrich II. (1414–63); Herzog Reinhold von Jülich und Geldern (1402–23) ist durch 2, Pfalzgraf Ludwig III. (1410–36) durch 1, Kaiser Sigismund durch 1 in Frankfurt geprägtes Stück vertreten. Die Zeit der Vergrabung des Schatzes mag in die Hussitenzeit (1419–34) oder vielleicht in die des Bruderkriegs (1445–51) fallen.
25) In Ulm hat im Laufe des vorigen Monats eine Ausstellung stattgefunden, welche, von Dr. v. Weißenbach aus Nürnberg veranstaltet, die Geschichte der vervielfältigenden Künste in neun Sälen des künftigen Gewerbemuseums in trefflicher Weise zur Darstellung brachte und allen Mittheilungen zufolge die bekannte Ausstellung des Nürnberger Gewerbemuseums, auf welcher der Veranstalter den Grund zu seinen Sammlungen gelegt hatte, weit übertraf.
26) Würzburg, 18 Febr. Heute kamen hier viele bedeutende Antiquare zusammen, um der Versteigerung der berühmten Bibliothek des verstorbenen Domdechants Dr. Reismann, in Vereinigung mit der Bibliothek des verlebten Bischofs v. Reismann, anzuwohnen. Es wurden diese beiden Bibliotheken um hohen Preis an die Antiquare Heß von Ellwangen und Völker von Frankfurt verkauft. Die Hauptzierden derselben bildeten die berühmte Londoner Polyglotte von Walton, die vollständige Sammlung der griechischen Kirchenväter, kostbare Orientalia und ein Band mit den seltensten Drucken aus den Anfängen der Buchdruckerkunst.
(Korresp. v. u. f. Deutschl., Nr. 98.)
27) Die Société des arts et des sciences zu Utrecht hat eine Reihe von Preisen zu 300 Gulden für Lösung verschiedener wissenschaftlicher Fragen ausgeschrieben, darunter aus dem Gebiete der Geschichte: eine Biographie Ludwigs von Beaufort, mit besonderer Berücksichtigung seiner historischen Arbeiten, sowie: Untersuchungen über die evangelischen Prediger und Predigten bei der niederländischen Gesandtschaft in Frankreich zur Zeit der Republik der vereinigten Provinzen. Termin zur Einsendung 1. Dec. 1879.