Der grosse Brand in Erfurt am 19. Juni 1472.
In der Handschrift Q. 103 der großherzogl. Bibliothek in Weimar, deren Zusendung ich der Freundlichkeit des Bibliothekars Herrn Dr. Reinhold Köhler verdanke, findet sich auf f. 319 v. das folgende Gedicht des Doctor Heinrich Stercker von Mellerstadt, über welchen ich in meinem „Peter Luder“ Nachricht gegeben habe. Er war 1454 in Leipzig immatriculiert und hatte in Perugia seine juristischen Studien vollendet. In der Bibliothek zu Gotha befindet sich eine von ihm herrührende Virgilhandschrift, nach Jacobs und Ukert, Beitr. I, 276.
Carmina doctoris Hinrici de Mellerstadt de conflagracione urbis Erffurdensis.
Quindecies centum, quater ast septem minus annis
Virginis a partu, Gervasiique die,
Fatalem poterat timuisse Erffordia lucem,
Qua se flamma rapax solveret in cinerem:
Sic furit ignis edax, sic obvia queque vorabat.
Hey quantos luctus quantaque dampna dedit!
Pons primum hunc sensit, cui dant commercia nomen,