(Blätter f. Münzfreunde, Nr. 76).
68) Zu Tollwitz (Kirchspiel Teuditz bei Dürrenberg) wurden kürzlich, beim Neubau eines Kellers, in einem thönernen Topfe über 200 landgräflich thüringische Groschen gefunden. Drei uns vorliegende Stücke sind von Friedrich dem Einfältigen (1406/40).
(Blätter f. Münzfreunde, Nr. 76).
68) Die Alterthümer-Ausstellung in Münster, welche in der westfälischen Hauptstadt zur fünfzigjährigen Jubelfeier des dortigen Alterthumsvereins für die beiden ersten Juniwochen veranstaltet wird, entwickelt sich, der „Wes. Ztg.“ zufolge, über alle Erwartung großartig. Kirchen und Schlösser, Museen und Bibliotheken, Behörden, Korporationen und Private scheinen förmlich gewetteifert zu haben, aus ihren reichhaltigen Schätzen das Herrlichste, Kostbarste und Interessanteste herzugeben. Man darf unbedenklich behaupten nicht blos, daß eine so reiche und so bedeutende Sammlung von Alterthümern in Westfalen noch niemals zuvor vereinigt war, sondern auch, daß kaum eine zweite Provinz einen ähnlichen Reichthum würde aufstellen können. Der möglichst kurz gehaltene Katalog, welcher am Eröffnungstage, Pfingstsonntag, in schmuckem Gewande fertig vorliegen sollte, umfaßt nicht weniger als zehn Druckbogen. Auf den ersten fünf sind zunächst 39 römische, 52 germanische und 36 merovingische Alterthümer aufgezählt. Darauf folgen 141 Nummern mit „Waffen“, an der Spitze die ganze Ritterrüstung Walthers von Plettenberg. Dann aber kommt ein unabsehbarer Reichthum von 6–700 „Metallsachen“, an der Spitze der Reisekelch des heil. Ludgerus, welchem beinahe 70 weitere Kelche aus dem 11. bis 17. Jahrhundert, sowie eine lange Reihe der herrlichsten Reliquienschreine, Monstranzen, Ciborien, kleinerer Reliquiarien (über 80), Kreuze, Altar-, Kron- und Standleuchter, Rauchfässer, Gießlöwen, Weihkessel, Schüsseln, Pokale, Becher, Schalen, Dosen, Schmuckkästchen, Bestecke, Ketten, Rosenkränze, Medaillons, Figuren, Uhren, Stäbe, Schlösser, Mörser, Krüge etc. — allesammt durch Alter und Kunstwerth hervorragend — sich anschließen. Die nächste Abtheilung bringt Sachen aus Bein, Schildpatt u. dgl. Dann folgen die antiken Möbel, die Gobelins und Tafelbilder, die Werke der alten Bildhauer- und Holzschneidekunst, die alten Buchmalereien, die Glas- und Porzellansachen, die Paramente und Stickereien etc.
(Deutsch. Reichsanz., Nr. 128.)
Verantwortliche Redaction: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Frommann.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.
Gedruckt bei U. E. Sebald in Nürnberg.