Briefwechsel des Magistrats Nürnberg mit dem Magistrat Dinkelsbühl wegen einer in Nürnberg zu errichtenden milden Stiftung.[318]
Den ersamen und wysen Burgermaister und Rate der Statt Dinckelspuhel unnsern besonnder lieben frunden.
Unnser f. w. D. bevor Ersamen und wysen besunder Lieben frunde Auff anregung unnsers allergnedigisten herrn des Ro. Kaysers unnd etlicher ander andechtigen personen sein wir vorhabenns willens jnn unnser Statt zu lobe unnd ere dem hailigisten hochwirdigsten sacrament des lichnam unnsers seligmachers ain stifftung zethun nemlich etlich schüller zu ordnen die jnn jrem habit mit geburlichem lobgesanng dem selben sacrament, so das ye zu zeitten Krancken Christenmenschen zugetragen wirdet, vorgeen sollen. Nach dem nun solliche stifftung by unns bisher nit gewest ist, wir auch nit versteen, ob wir zu auffrichtung derselben ainicher sonndern gunst und verhengknus der gaistlichen oberkait zu erlanngen notturfftig sein, oder ob wir das one die selben zuthuͦnd haben, unnd wir bericht das derglichen stifftung unnd ordnung by uch lanng zeit geübt sind: so bitten wir euch mit besonnderm vlis fruntlich jr wellennd unns durch ewer schrifft aigentlich berichten unnd zu erkennen geben, wie unnd wellichermaß solliche stifftung unnd ordnung by uch furgenomen erlangt gestifftet unnd aufgerichtet unnd ob sollichs mit oder one gunst unnd verwilligung der gaistlichen oberkait, oder jemand anders bescheen sy, unns darnach megen gerichten unnd unns des nit verzeihen[319] noch euch das befilhen[320] lassen Steet unns umb uch mit willen zuverdienen. Geben am mitwoch nach dem sontag Jubilate anno etc. LXXV to. (1475)
Burgermaister und Rate zu Nurmberg.
Fursichtigen Ersamen unnd wysen unnser fruntlich willig dienst... Uff ewer schrifftlich begern von wegen der ordnung so man hie jnn dem tragen des hochwirdigesten sacramentz des lichnam Christi zu thun pflicht[321], wollennd vernemen das vor etlichen jaren ettlich andächtig from lüt fur unns komend sind habenn unns ain ordnung, so sy mainten jnn dem tragen des hailigen sacramentz loblich were, furgehalten; die selb ordnung unns auch gefallen hat und ist darnach mit verwilligung unnsers herrn des pfarrers hie angefanngen unnd bißher dem fronlichnam Christi zu lobe unnd ere beliben unnd geübt, also ain yeder priester, der den fronlichnam Cristj krancken kristgloubigen menschen zutregt, gat jnn seinem habit namlich angetanem Korrock unnd an unnd furgezogner cappenn mit ainem cappenzippfel hinden am rugken hinab gehenkt unnd sein geordiniert vier schüler mit vier fenlin unnd vier laternen die jnn jrem habit glich dem briester dem hailigen sacrament vorgeen mit dem lobgesanng wie sich gepurt; den selben schulern geit[322] man darvon zu lonn namlich jr yedem ain quatemper zway pfunnd der werung hie unnd so man also mit dem sacrament zugeen pfligt man ain glogken zu leuten derhalben die schuler unnd ander from andechtig leut die mitgeen des loblichen Sacramentz applas jrer sunden begern zu erholen sich darczu zefügen wissen. Aber wir haben sollicher ordnung halben nit besonnder bestettigung oder verwilligung von der gaistlichen oberkait sonnder die nit anderst herbracht dann wie obgelaut ist. Got der allmechtig wöll das die dem hailigen Sacrament zu ere unnd wird also lanngwirig blib. Sollichs alles wolten wir nit verhalten ewer fursichtigen wisshait, der wir willig sein annain[323] dienst unnd gefallen zu bewysen. Datum sambstag vorm sontag Cantate anno etc. LXXV to.
B. u. R. zu D(inckelspuhel).
Dinkelsbühl.
Georg Schepß.