Chronik des germanischen Museums.
Nürnberg, den 15. October 1879.
Am 16. und 17. September hielt der Verwaltungsausschuß des germanischen Museums seine diesjährige Versammlung ab. Es haben daran theilgenommen die Herren: Dr. H. Beckh, Großhändler v. Grundherr, Professor Dr. Hegel, Direktor Herzer, Rechtsanwalt Freiherr v. Kreß, Centralgemäldegallerie-Direktor Dr. Reber, Geh. Hofbaurath Dr. v. Ritgen, Senator Dr. Römer, Direktor der Ambraser-Sammlung Dr. Freiherr v. Sacken, Professor Dr. A. Schultz, Professor Dr. Stumpf-Brentano, Gutsbesitzer Freiherr v. Tucher, Geh. Reg.-Rath Dr. Waitz, Professor Dr. aus’m Weerth und Dr. Zehler.
Außer der Prüfung der Arbeiten des abgelaufenen Jahres, welche zu wesentlichen Erinnerungen keinen Anlaß gab, wurde die Richtung für die Thätigkeit der Anstalt in nächster Zeit besprochen, und fand sich in Beziehung auf die zunächst in Angriff zu nehmenden Aufgaben eine Uebereinstimmung, die um so erfreulicher, als bei Feststellung über den Rahmen der Thätigkeit eines Jahres hinausgegangen werden mußte. Nachdem, wie schon in diesem Blatte berichtet, die großen Arbeiten an der Kupferstichsammlung ihren vorläufigen Abschluß gefunden, wurde beschlossen, die Einrichtung derselben in dem neuen für sie bestimmten Lokale und die Beschaffung entsprechender Schränke als die nächste Hauptaufgabe in’s Auge zu fassen.
Da in den jetzt im Bau begriffenen östlichen Theilen Räume für die systematische Zusammenstellung von Gipsabgüssen der hervorragendsten deutschen Skulpturwerke, zunächst des Mittelalters, sich ergeben, so soll nunmehr auch an die systematische Abrundung dieser Sammlung gegangen und zunächst Werke des romanischen Stiles in Aussicht genommen werden. Da auch die definitiven Säle für die Gemäldesammlung nunmehr ihrer Vollendung entgegengehen, so mußte auch die Aufstellung letzerer erwogen werden. Natürlich sind mit diesen drei Hauptaufgaben Ausgaben verbunden, die nicht in einem einzigen Verwaltungsjahre getragen werden können; daher wurde unter Erörterung dessen, was in dem nächsten Jahre geschehen kann, zugleich die Aufgabe für drei Jahre besprochen und festgestellt. Doch werden an den übrigen Abtheilungen des Museums die Arbeiten nicht gänzlich unterbrochen werden, und der Etat hat auch die dafür nöthigen Mittel für 1880 vorgesehen.
Seit Veröffentlichung des Verzeichnisses in der vorhergehenden Nummer wurden folgende neue Jahresbeiträge angemeldet:
Von Privaten: Bonn. von Decken, Oberberghauptmann, 3 m.; Hanstein, Antiquar, 2 m.; Leydel, Rentner, 3 m.; Märtens, Bauinspektor, 3 m. Deggendorf. Karl Mückl, Curatus der Irrenanstalt, 2 m.; Heinrich Reinhardt, Apotheker, 2 m. Fürth. Philipp Farnbacher 2 m.; Fortmeier, Fleischermeister, 2 m.; Hamberger, Zollpraktikant, 2 m.; Schildknecht, Fleischermeister, 2 m.; Karl Wollner, 2 m. Giessen. Ferdinand Broel, Bautechniker, 2 m.; K. Gail, Fabrikant, 5 m.; Dr. Gutfleisch, Rechtsanwalt, 5 m.; Dr. Hempel, Apotheker, 3 m.; Dr. Franz v. Liszt, Professor, 3 m.; Dr. Mettenheimer, Apotheker, 3 m.; Dr. Weiffenbach, Gymnasiallehrer, 2 m. Hall (Schwaben). v. Daniel, Regierungsrath, 3 m.; Ehemann, Professor, 2 m.; Haßler, Präceptor, 2 m.; Schauffele, Conditor, 2 m.; Seeger, Professor, 2 m. Kissingen. Christian Freiherr Lochner von Hüttenbach, genannt Heußlein v. Eußenheim, k. Kämmerer und Hauptmann a. D., 10 m. Mannheim. Paul Stälin 2 m. Meiningen. Schuffner, Gymnasiallehrer, 2 m. München. Sulzbeck, Major und Kommandeur des I. Trainbataillons, (statt früher 3 m.) 5 m. Nürnberg. Berthold, Privatier, 2 m.; Maxim. Piller, Hauptmann u. Compagniechef im 14. Inf.-Regt., 3 m. Schwabach. C. Pohl, rechtskundiger Bürgermeister, 2 m. Schweinau. Joh. Ad. Ramsbeck, Kaufmann, 2 m. Speier. Freyburger sen., Rentbeamter a. D., 3 m. Tetschen a. Elbe. Louis Blesson 2 m.; E. Lempe 2 m.; M. Sanna 2 m.; Moritz Schilff 2 m.; Victor Wetzel 2 m. (Die ersten 4 Herren haben bereits im Jahre 1878 diese Beiträge geleistet.) Thalstein b. Jena. v. Tümpling, kais. deutscher Legationssekretär, 10 m.;
Als einmalige Beiträge wurden folgende gegeben:
Hall (Schwaben). N. N. 40 pf.; Dr. Schnitzer 1 m. Innsbruck. Dr. Stumpf-Brentano, Univers.-Prof., 78 m. 10 pf.
Unsern Sammlungen giengen ferner folgende Geschenke zu: