Aus dem Rudolstädter Archiv.
B. Anemüller.
Samuel Karoch von Lichtenberg.
Ueber diesen Vorläufer der Humanisten und seine wunderlichen Verse habe ich in der Zeitschrift f. d. Gesch. des Oberrheins im 28. Bande gehandelt. Es ist nicht unwichtig, daß derselbe trotz seines sehr mangelhaften Lateins und seines possenhaften Auftretens doch es zu einer gewissen Berühmtheit gebracht hat. Ich bemerke deshalb hier, was mir damals entgangen war, und worauf mich Herr Dr. Geiger aufmerksam machte, daß dieser Samuel auch in den Epistolis obscurorum virorum vorkommt. Magister Conrad von Zwickau schreibt ep. 13: „Per deum valde jucundum est amare mulieres, secundum illud carmen Samuelis poete: Disce bone clerice — conservare“. Zarncke, Die deutschen Universitäten im Mittelalter S. 87, hat dasselbe, mit noch einer Zeile am Schluß, aber ohne den Namen des Verfassers. Noch merkwürdiger aber sind die Worte Magistri Philippi Sculptoris ep. 25: „Tempore meo fuit tantum unus poeta, qui vocatus fuit Samuel; et nunc solum in ista civitate sunt bene viginti.“ Boecking, Opp. Hutteni VII, 463 im Index biogr. verweist auch auf Habich in Progr. Gymn. Goth. 1860, nach welchem in einer Gothaer Hs. außer dem Dialogus inter adolescentem et virginem auch f. 297–300 enthalten ist: „Samuelis de monte rutilo epistola missiva et petitoria omnes paene scholarium miserias lucide declarans.“ Die möchte auch vielleicht der Mittheilung nicht unwerth sein.
Berlin.
W. Wattenbach.