[121] Ebd. „serenitas vestra.“

[122] Abschr. „recreat.“

[123] Abschr. „Tabolitarum.“


Martin Behaim.

In der Norikasammlung des Unterzeichneten befindet sich eine Federzeichnung, welche eine Insel mit hohem Berge darstellt, an dessen Fuß an einer Bucht eine Stadt liegt. Im Hafen ankert eine Galeere; eine andere eilt, von Rudern getrieben, ebenfalls demselben zu. Diese Zeichnung ist geistreich und keck hingeworfen und nur ganz wenig mit Wasserfarben laviert. In der linken Ecke unten liest man in den Schriftzügen des fünfzehnten Jahrhunderts: Martin Beheim Eqs in insul Faïal 1479. Dieses Blatt stammt aus dem 1841 versteigerten Nachlasse des Gallerie-Conservators Freihrn. Haller von Hallerstein und trägt alle Merkmale der Echtheit. Damit wäre nachgewiesen, daß Martin Behaim bereits im Jahre 1479 in Portugal war. Bekanntlich datiert sein letztes Schreiben an seinen Oheim Leonhard Behaim zu Nürnberg vom 8. Juni dieses Jahres aus Antwerpen, und schon 1481 finden wir den jungen Mann als Mitglied der nautischen Commission, welche König Johann in Lissabon zum Zwecke von Vorschlägen für eine Entdeckungsreise berufen hatte. Zum Ritter soll Martin Behaim im Jahre 1485 geschlagen worden sein, und 1486, nach der Rückkehr von seiner längeren Seereise mit Diego Caõ, verheirathete er sich mit der Tochter des Statthalters von Fayal Joz von Hurter, konnte somit 1485 nicht in Portugal anwesend gewesen sein.

Man wird der Wahrheit ziemlich nahe kommen, wenn man annimmt, daß Martin Behaim mit Joz von Hurter, den er in den Niederlanden kennen gelernt hatte, im Sommer 1479 nach Fayal gereist ist, wo eine niederländische Kolonie war, vielleicht um da den Rest seiner Tuche zu verkaufen; bei dieser Gelegenheit hat er die Insel mit der Hafenstadt in sein Skizzenbuch gezeichnet und dieses Blatt, etwa bei seiner Anwesenheit in Nürnberg 1491, einem Verwandten, vielleicht seinem Vetter Michael, zum Andenken geschenkt, der dann den Namen und das Jahr der Entstehung auf die Zeichnung schrieb. Die Frage: wann Martin Behaim nach Portugal gekommen, welche in Dr. Ghillany’s Werk noch als eine offene behandelt ist, scheint demnach jetzt gelöst.

Nürnberg.

Georg Arnold.