Nach Berlin schicke ich nie mehr was, es kommt gar nichts dabei heraus.
Mein einziger Trost ist meine rasche Art zu produzieren, was mich diesen ewigen Zeitverlust verschmerzen lässt. Eines ist sicher, dass man herumreisen muss, anschauen etc. heut zu Tage, sonst bleibt man zurück.
Ich habe nun immer mehr die Ueberzeugung, dass mein Weg ein feiner und bedeutender ist, dass ich wohl so fortfahren muss; doch ist mit der Energie nicht Alles gethan und dass ich dabei immer arm bleiben werde scheint ausser allem Zweifel.
Hier sind die gegensätzlichsten Richtungen; in meiner liegt eigentlich Alles versöhnt...
Dass ich Rom wiederbetreten werde, steht fest in meiner Seele; möchte ich doch bald dieser zweifelnden Ungewissheit enthoben sein.
Es ist zum Verzweifeln, Alles will mich haben und Niemand bietet Etwas. — Nachher will ich zu Kaulbach, der gewiss ein ganz heruntergekommener Mann ist.
Man ist sehr artig gegen mich und habe ich dies Wenige nicht blos meiner Arbeit und Rom zu verdanken. Es kann sich kein Mensch mehr Vorwürfe über diese Unschlüssigkeit machen, als ich selbst; ich verfluche sie und werde deshalb doch nicht klüger...
Wie freue ich mich, dass Emilie ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt; es kann und soll ihr leichter fallen, als mir, der ich ganz Künstler bin und den man nicht so verpflanzen kann nach Belieben...
Eines habe ich gesehen, dass meine Kunst ein delikates Pflänzchen ist und ich kann noch übertölpelt werden, auch wenn ich unverdrossen weiter mache.
Wenn ich hier geblieben wäre, so hätten meine Bilder hierher gemusst, denn es wäre doch möglich, dass mir eine Bestellung vom König geworden wäre; so sind sie in Berlin, was mich am meisten ärgert, gehen dann nach Hannover, wo ich wenig Hoffnung habe zum Verkaufe...