Thessalonike, Stadt, s. Saloniki.
Thetford, Stadt in der engl. Grafschaft Norfolk, an der Kleinen Ouse, hat Malzdarren, Handel und (1881) 4032 Einw. T. war früher Hauptstadt Ostanglias; die Ruinen eines Palastes und mehrerer kirchlicher Gebäude zeugen noch von seiner ehemaligen Bedeutung.
Thetis (nicht zu verwechseln mit Tethys), in der griech. Mythologie Tochter des Nereus und der Doris, wider ihren Willen Gemahlin des Peleus (s. d.), Mutter des Achilleus. Als Peleus sie wegen des gefährlichen Mittels, durch das sie ihren Sohn unsterblich machen wollte (s. Achilleus), tadelte, stieg sie zu ihrem Vater in die Tiefen des Meers zurück, und nur bisweilen begab sie sich auf die Erde, um ihrem Sohn Achilleus dle zärtlichste Muttersorge zuwidmen.
Theuerdank, s. Pfinzing.
Thëurgie (griech.), die vorgebliche Kunst, sich durch gewisse Zeremonien und Handlungen mit den Göttern und Geistern in nähere Verbindung zu setzen und sie zu Hervorbringung übernatürlicher Wirkungen für sich zu gewinnen. Die T. hat ihren Ursprung bei den Magiern der Chaldäer und Perser. Auch die Ägypter rühmten sich, große Geheimnisse darin zu besitzen. Unter den Philosophen spielte sie bei den Neuplatonikern eine große Rolle, namentlich bei Jamblichos und Proklos. Auch im Mittelalter kommen häufig Spuren von ihr vor. Vgl. Lobeck, Aglaophamus (Königsb. 1829, 2 Bde.), und Litteratur bei Magie.
Theuriet (spr. töria), André, franz. Dichter und Romanschreiber, geb. 1833 zu Marly le Roi bei Paris, studierte die Rechte in Paris und erhielt 1857 eine Anstellung im Finanzministerium. In demselben
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Theux de Meylandt - Thibaudin.
Jahr veröffentlichte die "Revrte des Deux Mondes" ein Gedicht von T.: "In memoriam", das sehr bemerkt wurde, dann aber schwieg er lange. Erst 1867 erschien "Le chemin des bois", ein Band Gedichte, in welchen er den Wald besang, und die ihn zum Liebling der Frauenwelt machten (in 2. Aufl. 1877 von der Akademie gekrönt). Weitere Werke von T. sind : "Les paysans de l'Argonne, 1792", episches Gedicht (1871), "Le Bleu et le Noir, poème de la vie réelle" (1872); dann die Romane: "Mademoiselle Guignon" (1874), "Le mariage de Gérard", "Une Ondine" (1875), "La fortune d'Angèle" (1876), "Raymonde" (1877); ferner: "Le filleul d'un Marquis" (1878), "Le fils Maugars" (1879), "Le sang des Finoël" (1879), "Tante Aurélie", "Mariage de Gérard" (1884), der Novellenband "L'amoureux de la préfète" (1888), "Deux soeurs", Roman (1889), u. a. Die französische Akademie erkannte T. auch als Romanschriftsteller 1878 einen ihrer ersten Preise zu. Als solcher zeichnet er sich ebenfalls durch einen tiefen Sinn für die Natur und ein seltenes, an George Sand erinnerndes Talent aus, landschaftliche Stimmungsbilder zu entwerfen, und entschädigt dadurch für eine manchmal etwas lockere Erzählung oder ungenügende Charakterzeichnung. T. ist seit geraumer Zeit eine der Stützen der "Revue des Deux Mondes".
Theux de Meylandt (spr. thö), Barthélemy Theodore, Graf de, belg. Staatsmann, geb. 25. Febr. 1794 auf Schabroek im Limburgischen, studierte zu Lüttich die Rechte, ward Advokat daselbst, im November 1830 Mitglied des Kongresses, 1831 Mitglied der Deputiertenkammer und im Dezember d. J. Minister des Innern. Nachdem er 1832 mit seinen Kollegen zurückgetreten, ward er im August 1834 mit der Bildung eines neuen klerikalen Ministeriums beauftragt, worin er nebst der Präsidentschaft das Portefeuille des Innern und später das des Auswärtigen übernahm. Nach dem Sturz dieser Verwaltung 1840 ward T. in den Grafenstand erhoben und war noch eine Zeitlang als Minister ohne Portefeuille thätig. 1846 trat er abermals an die Spitze eines klerikalen Kabinetts, mußte aber schon 13. Aug. 1847 infolge des Siegs der liberalen Linken bei den Wahlen zurücktreten und war bis 1870 eins der Häupter der klerikalen Partei in der Kammer. Ende 1871 wurde er in einem neuen klerikalen Ministerium Präsident und Minister ohne Portefeuille. Er starb 21. Aug. 1874 auf seinem Gut Meylandt bei Hasselt.