Treuenbrietzen, Stadt im preuß. Regierungsbezirk Potsdam, Kreis Zauch-Belzig, an der Linie Juterbog-T. der Preußischen Staatsbahn, 69 m ü. M., hat 2 evang. Kirchen aus dem 13. Jahrh., ein Amtsgericht, Papier-, Tuch- und Holzpantinenfabrikation, bedeutende Landwirtschaft und (1885) 4890 fast nur evang. Einwohner. T., das ursprünglich Brizen (zuerst 1217 urkundlich erwähnt) hieß, erhielt jenen Namen, weil es zur Zeit des falschen Waldemar den Wittelsbachern treu blieb.

Treuga Dei (lat.), s. Gottesfriede.

Treuhänder, s. Testamentsvollstrecker.

Treuschatz, s. Mahlschatz.

Trevelyan (spr. triwilljen), Georg Otto, engl. Schriftsteller und Politiker, geb. 20. Juli 1838 zu Rothley Temple in Leicestershire, Neffe Macaulays, studierte zu Cambridge, folgte 1860 seinem Vater, Sir Charles Edward T., der Gouverneur von Madras geworden, nach Indien, wurde 1865 als Liberaler ins Unterhaus gewählt, 1868 unter Gladstone für kurze Zeit Lord der Admiralität, 1880 Sekretär derselben, 1882 Staatssekretär für Irland, 1885 für kurze Zeit Kanzler von Lancaster. 1886 trennte er sich von Gladstone, weil er dessen Homerulepolitik nicht billigte, versöhnte sich aber schon 1887 mit ihm. Er schrieb: "Competition Wallah" (1864); "Cawnpore, and the massacre there" (1865, 4. Aufl. 1886); "Ladies in Parlament" (1870); "The life and letters of Lord Macaulay" (1876, 2 Bde.; deutsch, 2. Aufl., Jena 1883); "The early history of Charles James Fox" (1880).

Treverer (Treveri, Treviri), Volk im belg. Gallien, welches sich germanischer Abstammung rühmte, aber keltisch sprach, unterwarf sich Cäsar erst freiwillig, machte 54 v. Chr. unter Induciomarus einen Aufstandsversuch, welcher aber von Labienus unterdrückt wurde; ebenso wurde ein Aufstandsversuch unter Julius Florus (21 n. Chr.) niedergeschlagen. Beim Aufstand der Bataver unter Civilis blieben die T. den Römern treu. Ihre Hauptstadt war Augusta Treverorum (Trier). Vgl. Steininger, Geschichte der T. (Trier 1845).

Trèves (spr. trähw), franz. Name für Trier.

Trevi, Stadt in der ital. Provinz Perugia, Kreis Spoleto, in prächtiger Berglandschaft, an der Eisenbahn Rom-Foligno, hat mehrere Kirchen (mit Gemälden von Spagna u. a.), eine kleine Gemäldesammlung, eine technische Schule und (1881) 1238 Einw. In der Nähe der berühmte kleine Tempel des Clitumnus (jetzt Kirche).

Treviglio (spr. -wiljo), Kreishauptstadt in der ital. Provinz Bergamo, an der Eisenbahn Mailand-Venedig (mit Abzweigungen nach Bergamo und Cremona), hat ein altes Schloß, eine schöne Hauptkirche, ein Gymnasium, eine technische Schule, Lehrerbildungsanstalt, Bibliothek, ein hübsches Theater, rege Industrie (besonders Tuch- und Seidenmanufakturen), lebhaften Handel und (1881) 9854 Einw.

Treviranus, 1) Gottfried Reinhold, Naturforscher, geb. 4. Febr. 1776 zu Bremen, studierte seit 1792 in Göttingen Medizin und Naturwissenschaft, ward 1797 Professor der Mathematik und Physik am Lyceum zu Bremen und starb daselbst 16. Febr. 1837. Unter den Schriften des ausgezeichneten Forschers sind hervorzuheben: "Physiologische Fragmente" (Hannov. 1797-99, 2 Bde.); "Biologie oder Philosophie der lebenden Natur" (Götting. 1802-1822, 6 Bde.) und "Die Erscheinungen und Gesetze des organischen Lebens" (Brem. 1831-33, 3 Tle.).