Tula - Tulipa.
28½ Mill. Rubel Waren hervor. Bemerkenswerte Industriezweige sind: Rübenzuckerfabrikation und Raffinerie (2,3 Mill. Rub.), Kupferverarbeitung (1 1/2 Mill.), Branntweinbrennerei (1,2 Mill. Rub.), Gewehr- und Patronenfabrikation, Lederindustrie, Getreidemüllerei, Schlosserindustrie, Stärkefabrikation, Verfertigung musikalischer Instrumente (besonders Harmoniken), Ziegeleien. Trotzdem suchen jährlich sehr viele Bauern in andern Gouvernements Arbeit. Der Handel vertreibt Getreide, Schweinsborsten, Runkelrüben, Eisen-, Stahl- und Bronzewaren und hat seinen Hauptsitz in der Stadt T. und in Bjelew. Bildungszwecken dienen (1885) 728 Elementarschulen mit 39,270 Schülern, 12 mittlere Lehranstalten mit 2572 Schülern und 5 Fachschulen mit 672 Lernenden (darunter ein geistliches Seminar, eine Feldscher- und eine Hebammenschule). Im Tulaischen befinden sich einige alte Erdwälle (Gorodischtschi) und Kurgane, Zeugen der mit den Litauern und Tataren hier geführten Kämpfe. T. zerfällt in zwölf Kreise: Alexin, Bjelew, Bogorodizk, Epifan, Jefremow, Kaschira, Krapiwna, Nowosil, Odojew, Tschern, T. und Wenew. Die gleichnamige Hauptstadt, an der Upa, Knotenpunkt der Eisenbahnen Moskau-Kursk und Wjasma-Rjaschsk, eine der gewerbthätigsten Städte des russischen Reichs, hat 28 Kirchen (darunter die Himmelfahrtskirche und die Allerheiligenkirche), 2 Klöster, und unter den sonstigen öffentlichen Bauten ragen hervor das Exerzierhaus und die Gouvernementsgebäude. Die Zahl der Einwohner betrug 1885: 63,928. Die Bedeutung der Stadt beruht vornehmlich auf der großen kaiserlichen Gewehrfabrik, die 1712 von Peter I. gegründet wurde, jetzt über 7000 Arbeiter beschäftigt und jährlich 70,000 Gewehre, eine große Menge blanker Waffen sowie treffliche andre Stahl- und Eisenwaren liefert. Die tulaischen Waren aus Stahl und Eisen (physikalische und mathematische Instrumente, Messer, Scheren, Zangen etc.), aus Weißkupfer und andern Kompositionen, vorzüglich dem sogen. Tulametall (s. Niello), wie Theemaschinen, Dosen und Galanteriewaren, sind berühmt. Ferner sind noch hervorzuheben die großen Gerbereien, Talgschmelzereien, Fabrikation von Seife, Kerzen, Siegellack etc. (im ganzen 133 Fabriken). T. ist Bischofsitz, hat ein klassisches Gymnasium, eine Realschule, ein Militärgymnasium, ein Mädchengymnasium, ein geistliches Seminar und mehrere andre Lehranstalten, ein Armen-, Zucht-, Arbeits- und Findelhaus, ein Arsenal, ein Museum einheimischer Industrieprodukte, ein Theater. Die Stadt wird zuerst im 12. Jahrh. erwähnt.
Tula, Stadt im mexikan. Staat Hidalgo, 2080 m ü. M., am Rio de T. und an der Eisenbahn nach Mexiko, angeblich die alte Hauptstadt der Tolteken, mit Baumwollfabrik und (1880) 5834 Einw.
Tulacingo (spr. -ssingo), Stadt im mexikan. Staat Hidalgo, 1820 m ü. M., in reizender Vega, hat eine Kathedrale, ein bischöfliches Seminar, eine Baumwollfabrik und (1880) 9739 Einw. im Munizipium.
Tulametall, s. v. w. Niello.
Tularesee, See im S. des nordamerikan. Staats Kalifornien, 1683 qkm groß, wird vom Kernfluß gespeist und hat durch einen Sumpf periodischen Abfluß zum St. Joaquinfluß.
Tulasne (spr. tülahn), Louis René, Botaniker, geb. 12. Sept. 1815 zu Azay le Rideau (Indre-et-Loire), war Aide-naturaliste am Museum der Naturgeschichte zu Paris, trat 1872 in den Ruhestand und starb 22. Dez. 1885 in Hyeres. Seine ersten Arbeiten bezogen sich auf Systematik der Phanerogamen (Leguminosen, Podostemaceen, Monimiaceen); dann veröffentlichte er mit seinem Bruder Charles T. (geb. 5. Sept. 1816 zu Langeais im Departement Indre-et-Loire) mykologische Arbeiten, durch welche die Kenntnis mehrerer Familien der Pilze, besonders der kleinern parasitischen Pilze, wesentlich vervollkommt, insbesondere die Pleomorphie der Fruktifikationsorgane und der Generationswechsel dieser Pilze, zumal der Pyrenomyceten und Diskomyceten, nachgewiesen wurden. Außer zahlreichen Abhandlungen schrieb er: "Fungi hypogaei" (Par. 1851) und "Selecta fungorum carpologia" (das. 1861-65, 3 Bde.).
Tulbau (Tulbend), s. v. w. Turban.
Tulcan, Stadt im südamerikan. Staat Ecuador, 2077 m ü. M., dicht bei der Grenze von Kolumbien, am Nordfuß des 3405 m hohen Passes Paramo de Balicho, mit 4000 Einw.
Tulcea, Stadt, s. Tultscha.