Soldanella L. (Troddelblume, Alpenglöckchen), Gattung aus der Familie der Primulaceen, kleine, perennierende Kräuter mit grundständigen, gestielten, nierenförmigen Blättern, auf nacktem Schaft einzeln oder doldig stehenden, nickenden, blauen, violetten oder rosenroten Blüten und kegelförmig länglicher Kapsel. Vier Arten auf den südeuropäischen Hochgebirgen. S. alpina L., mit überhängenden, hellvioletten Blüten auf zwei- bis vierblütigem Schaft. S. pusilla Baumg., mit großer, rötlichweißer oder rosenroter, einzeln stehender Blüte, wird, wie die vorige, gleich andern Alpenpflanzen kultiviert.
Soldat, jede für Sold dienende Militärperson, mit Ausnahme der Militärbeamten; insbesondere der Gemeine (s. Militär). Der Name S. wurde im 16. Jahrh. aus dem Italienischen (soldato) entlehnt und stammt vom lateinischen solidus (s. Sold).
Soldatenhandel, das Vermieten von Truppen, namentlich seitens der Fürsten deutscher Kleinstaaten, an fremde Staaten, lediglich zum Zweck des Gelderwerbs, gleichgültig, ob zu gunsten der Kasse des Staats oder des Fürsten. Hierin liegt der Unterschied zwischen dem S. und den Subsidienverträgen behufs Truppenstellung oder Lieferung von Subsidiengeldern; diesen Verträgen liegt eine Staatsidee zu Grunde, die dem S. mangelt. Der letztere hat seinen Ursprung bei den Handelsstaaten des Altertums: Syrakus, Tarent, Karthago, und fand gleiche Anwendung in Venedig, den Niederlanden und England, die alle zur Aufstellung ihrer Heere der Werbung von Söldnern bedurften und (wie England) noch bedürfen. Den S. begann Bernhard von Galen, Bischof von Münster, 1665; ihm folgte Johann Georg III. von Sachsen, der 1685 für 120,000 Thlr. 3000 Mann an Venedig zum Krieg in Morea vermietete. Den höchsten Aufschwung nahm der S. während der Kriege Englands gegen seine amerikanischen Kolonien; etwa 30,000 Mann sind dazu aus Deutschland gestellt, wofür dieses gegen 8 Mill. Pfd. Sterl. erhielt. Der Landgraf Wilhelm VIII. von Hessen vermietete während des österreichischen Erbfolgekriegs sowohl Truppen an England als an Karl VII., also an die sich bekriegenden Gegner. Die Fremdentruppen (s. d.), die Schweizerregimenter, die sich oft in den feindlichen Parteien gegenüberstanden, gehören zum S. Vgl. Jähns, Heeresverfassungen und Völkerleben (Berl. 1885); Winter, Über Soldtruppen (8. Beiheft zum "Militärwochenblatt" 1884).
Soldatéska (ital.), das Soldatentum, mit dem Nebenbegriff des Übermütigen und Eigenmächtigen.
Soldau (poln. Dzialdowo), Stadt im preuß. Regierungsbezirk Königsberg, Kreis Neidenburg, am Flusse S., Knotenpunkt der Linie Allenstein-S. und der Eisenbahn Marienburg-Mlawka, 157 m ü. M., hat eine evangelische und eine kath. Kirche, eine Synagoge, Ruinen eines alten Ordensschlosses, ein Amtsgericht, Spiritusfabrikation, Getreide- und Schweinehandel und (1885) mit der Garnison (ein Füsilierbat. Nr. 44) 3122 meist evang. Einwohner. Hier 26. Dez. 1806 heftiges Gefecht zwischen Franzosen (Ney) und Preußen (Lestocq).
Soldin, Kreisstadt im preuß. Regierungsbezirk Frankfurt, am Ausfluß der Miezel aus dem Soldinsee und an der Eisenbahn Stargard i. P.-Küstrin, 76 m ü. M., hat Reste einer Stadtmauer und einige Thore aus dem Mittelalter, eine schöne evang. Kirche, ein Amtsgericht, Maschinenfabrikation, 3 Dampfschneidemühlen, eine Molkerei, Fischerei und (1885) 6198 meist evang. Einwohner. S. wird zuerst 1262 erwähnt. Hier bestand 1298-1538 ein Kollegiat- oder Domstift der Prämonstratenser.
Söldner, s. Sold.
Soldo (Mehrzahl Soldi), ital. Rechnungs- und Kupfermünze, von welcher 20 auf die Lira gehen.
Sole (Soole), kochsalzhaltiges Wasser aus natürlichen Salzquellen oder künstlich erzeugt (s. Salz).
Solea (Soole), Zungenscholle, s. Schollen.