Spital (lat., Spittel), s. v. w. Hospital.
Spital, Marktflecken im österreich. Herzogtum Kärnten, an der Drau und der Bahnlinie Marburg-Franzensfeste, ist Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts, hat ein Schloß des Fürsten Porzia, Holzstofffabrikation und (1880) 1832 Einw.
Spitalfields (spr. spittelfihlds), Stadtteil im O. Londons, in welchem sich die aus Frankreich eingewanderten hugenottischen Seidenweber niederließen, deren Nachkommen teilweise noch jetzt dort wohnen.
Spithead (spr. spitt-hedd), s. Portsmouth.
Spitta, Karl Johann Philipp, geistlicher Liederdichter, geb. 1. Aug. 1801 zu Hannover, studierte in Göttingen Theologie und ward, nachdem er verschiedene andre Stellen bekleidet hatte, 1853 Superintendent zu Peine im Hildesheimischen, dann im Juli 1859 Superintendent in Burgdorf, wo er 28. Sept. d. J. starb. Außer einzelnen Predigten veröffentlichte er: "Psalter und Harfe" (Leipz. 1833 u. öfter), eine in zahlreichen Auflagen verbreitete Sammlung geistlicher, für häusliche Erbauung bestimmter Lieder, die durch Vollendung der Form, Innigkeit und wahrhaft christliches Gepräge zu den besten derartigen Produkten der Neuzeit gehören. Noch erschienen von ihm: "Nachgelassene geistliche Lieder" (5. Aufl., Brem. 1883). Spittas Leben beschrieb Münkel (Leipz. 1861). -
Sein Sohn Philipp, geb. 27. Dez. 1841 zu Wechold bei Hoya in Hannover, seit 1875 Dozent der Musikgeschichte an der Hochschule für Musik (seit 1882 deren stellvertretender Direktor) sowie Universitätsprofessor für Musikwissenschaft und Sekretär der Akademie der Künste zu Berlin, hat sich durch seine Biographie "Johann Sebastian Bach" (Leipz. 1873-79, 2 Bde.; engl., Lond. 1884) sowie durch eine Gesamtausgabe der Orgelwerke Buxtehudes und der Werke von H. Schütz bekannt gemacht. Kleinere Schriften von ihm sind: "Über J. S. Bach" (Leipz. 1879) und "Ein Lebensbild Robert Schumanns" (das. 1882). Mit Chrysander und Adler gibt er seit 1885 die "Vierteljahrsschrift für Musikwissenschaft" (Leipz.) heraus.
Spittler, Ludwig Timotheus, Freiherr von, berühmter Geschichtschreiber und Publizist, geb. 11. Nov. 1752 zu Stuttgart, widmete sich in Tübingen und Göttingen theologischen und historischen Studien, ward 1778 Repetent am theologischen Seminar zu Tübingen und 1779 Professor der Philosophie zu Göttingen, wo er sich als Lehrer der Geschichte großen Ruf erwarb, kehrte aber 1797 als Präsident der Oberstudiendirektion und Wirklicher Geheimer Rat in sein Vaterland zurück; 1806 ward er auch zum Kurator der Universität Tübingen und Minister ernannt und zugleich in den Freiherrenstand erhoben. Er starb 14. März 1810. Von seinen Schriften sind zu bemerken: "Geschichte des kanonischen Rechts bis auf die Zeiten des falschen Isidor" (Halle 1778); "Grundriß der Geschichte der christlichen Kirche" (Götting. 1782; 5. Aufl. von Planck, 1813); "Geschichte Württembergs unter den Grafen und Herzögen" (das. 1783); "Geschichte des Fürstentums Hannover" (das. 1786); "Entwurf der Geschichte der europäischen Staaten" (Berl. 1793, 2 Bde.; 3. Aufl. von Sartorius, 1823); "Geschichte der dänischen Revolution 1660" (das. 1796). Seine geistreich skizzierten "Vorlesungen über die Geschichte des Papsttums" wurden mit Anmerkungen von Gurlitt (Hamb. 1828), seine "Geschichte der Kreuzzüge" (das. 1827) und die "Geschichte der Hierarchen von Gregor VII. bis auf die Zeit der Reformation"
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Spitzbergen - Spitzen.
von K. Müller (das. 1828) herausgegeben. Seine sämtlichen Werke gab sein Schwiegersohn K. v. Wächter (Stuttg. 1827-37, 15 Bde.) heraus. S. verband mit ernster Quellenforschung philosophischen Geist und lichtvolle Darstellung bei sinnreicher Kürze, hellen politischen Blick und Sicherheit des Urteils. Vgl. Planck, Über S. als Historiker (Götting. 1811).