Stenschewo - Stephan.

völlig übereinstimmend sich drehender Bürste aufgestellt; letztere teilt jeden aus der Leitung kommenden Stromstoß einem der 20 mit den Kontaktplatten verbundenen Elektromagnete mit, welcher sodann die Wiedergabe des entsprechenden Zeichens auf dem Papierstreifen unter Zuhilfenahme einer Lokalbatterie durch eine einfache Druckvorrichtung herbeiführt. Nach jeder Zeichengebung tritt ein 21. Elektromagnet in Thätigkeit, dessen Anker beim Abfallen mittels eines Sperrrades den Papierstreifen um die Breite eines Zeichens vorschiebt. Neuerdings hat Cassagnes die Anzahl der Kontaktplatten in der Verteilerscheibe vergrößert, um bei jedem Umlauf mehr als ein stenographisches Zeichen telegraphieren zu können; statt einer einzigen Klaviatur treten dann 2 oder 3 gleichzeitig in Thätigkeit, wobei auf jeder Klaviatur ein andres Telegramm übermittelt wird. Außerdem hat der Erfinder seinen Stenotelegraphen noch zur automatischen Beförderung eingerichtet, indem er denselben mit einem mechanischen Lochapparat verbindet und den gelochten Streifen durch das Laufwerk der Verteilerscheibe hindurchgehen läßt, wobei eine Anzahl von Kontaktstiften durch die Löcher des Streifens die zum Abdruck der Schriftzeichen dienenden Ströme entsenden. Mit diesem Apparat sollen von Paris aus Versuche auf Entfernungen zwischen 200 und 920 km angestellt und Leistungen von 12,000-24,000 Wörtern in der Stunde erreicht worden sein.

Steuschéwo, Stadt im preuß. Regierungsbezirk Posen, Kreis Posen (West-), hat eine kath. Kirche und (1885) 1506 Einw.

Stentando (ital.), musikal. Bezeichnung, s. v. w. hemmend, zögernd. Stentato, s. v. w. ritenuto, aber mit dem Ausdruck des Gehemmten, Mühevollen; in der Malerei s. v. w. gezwungen, steif.

Stentor, bei Homer ein Thraker (oder Arkadier) mit eiserner Stimme, dessen Ruf so laut tönte wie der 50 andrer Männer; daher Stentorstimme.

Stenzel, Gustav Adolf Harald, deutscher Geschichtsforscher, geb. 21. März 1792 zu Zerbst, studierte in Leipzig Theologie und Geschichte, habilitierte sich, nachdem er als freiwilliger Jäger den Befreiungskrieg von 1813 mitgemacht, zu Leipzig, 1817 zu Berlin, folgte 1820 einem Ruf als Professor der Geschichte nach Breslau und ward 1821 Archivar des schlesischen Provinzialarchivs. 1848 war er Abgeordneter zur deutschen Nationalversammlung in Frankfurt, später Mitglied der preußischen Zweiten Kammer. Er starb 2. Jan. 1854. Von seinen Arbeiten sind hervorzuheben: "Geschichte Deutschlands unter den fränkischen Kaisern" (Leipz. 1827, 2 Bde.); "Geschichte des preußischen Staats" (Hamb. u. Gotha 1830-54, 5 Bde.) und "Geschichte Schlesiens" (Bresl. 1853, Bd. 1). Auch besorgte er die Herausgabe der "Scriptores rerum silesiacarum" (Bresl. 1835-1851, 5 Bde.) und der "Urkunden zur Geschichte Breslaus im Mittelalter" (das. 1845).

Stenzler, Adolf Friedrich, namhafter Sanskritist, geb. 9. Juli 1807 zu Wolgast, studierte 1826-1829 in Greifswald, Berlin und Bonn orientalische Sprachen, ging, nachdem er 1829 in Berlin promoviert, nach Paris, wo er die Vorlesungen von Chezy, S. de Sacy und A. Remusat besuchte, arbeitete dann bis 1833 in der Bibliothek des East-India House in London und erhielt noch im genannten Jahr die Professur der orientalischen Sprachen an der Universität Breslau, wo er bis 1872 zugleich als Kustos und zweiter Bibliothekar an der Universitätsbibliothek thätig war. Seine Hauptwerke sind: "Raghuvansa, Kâlidâsae carmen" (sanskr. u. lat., Lond. 1832); "Kumâra Sambhava, Kâlidâsae carmen" (sanskr. u. lat., das. 1838); "Mricchakatika. i. e. Curriculum figlinum, Sûdrakae regis fabula" (sanskr., Bonn 1847); "Yâjnavalkyas Gesetzbuch" (sanskr. u. deutsch, Berl. 1849); "Indische Hausregeln" (sanskr u. deutsch, 1. Teil: "Acvalâyana" . Leipz. 1864-65, 2 Bde.; 2. Teil: "Pâraskara", das. 1876-78, 2 Bde.); "Elementarbuch der Sanskritsprache" (Bresl. 1868, 5. Aufl. 1885); "Meghadûta, der Wolkenbote, Gedicht von Kalidasa" (mit Anmerkungen und Wörterbuch, das. 1874); "The Institutes of Gautama" (sanskr., Lond. 1876); außerdem Abhandlungen in Webers "Indischen Studien" und in der "Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft" (z. B. über die indischen Gottesurteile, im 9. Band) und Gelegenheitsschriften. S. starb 27. Febr. 1887 in Breslau.

Stepenitz, rechter Nebenfluß der Elbe im preuß. Regierungsbezirk Potsdam, entspringt bei Meyenburg, fließt in südwestlicher Richtung und mündet nach 75 km langem Lauf bei Wittenberge.

Stepenitz (Groß- S.), Flecken im preuß. Regierungsbezirk Stettin, Kreis Kammin, am Einfluß des Gubenbachs in das Papenwasser, hat eine evang. Kirche, ein Amtsgericht, eine Oberförsterei, Sägemühlen, Fischerei, Dampfschiffahrt nach Stettin und (1885) 1572 Einw.

Stephan, Name von zehn Päpsten: 1) S. I., ein Römer, folgte 253 Lucius als Bischof von Rom und entschied den Streit über die Ketzertaufe dahin, daß auch eine solche gültig sei; er starb 2. Aug. 257, nach der Sage als Märtyrer, und ward später kanonisiert. Sein Tag ist der 2. August. -