Strindberg, August, schwed. Schriftsteller, geb. 22. Jan. 1849 zu Stockholm, ist einer der talentvollsten Vertreter der jüngsten Dichterschule in Schweden, welche der Richtung G. Brandes' (s. d.) folgt. Er trat bereits 1872 mit einem Drama: "Master Olof", hervor, das, besonders in einer spätern Umarbeitung (1878), von bedeutender Wirkung war, erregte aber erst mit seinem Roman "Röda rummet" (1879) die allgemeinste Aufmerksamkeit. S. bezeichnet das Buch als "Schilderungen aus dem Schriftsteller- und Künstlerleben" und geißelt darin mit überlegener Satire die konventionellen gesellschaftlichen und staatlichen Verkehrtheiten. Noch schonungsloser thut er dies in "Det nya riket" (1882), welches seitens der reaktionären Presse einen wahren Sturm von Angriffen gegen den Verfasser hervorrief, welche diesen veranlagten, ins Ausland zu gehen. Seitdem lebt er abwechselnd in Frankreich, Italien und der Schweiz. Im J. 1883 erschienen, in demselben Geist gehalten: "Svenska öden och äfventyr" (3 Bde.) und "Dikter p°a vers och prosa", 1884 eine Sammlung kleinerer Abhandlungen unter dem Titel: "Likt och olikt", ein Gedichtcyklus: "Sömngangarnätter", und eine Novellensammlung: "Giftas" (letztere auch französisch u. d. T.: "Les mariés"). Wegen einiger Auslassungen über das Sakrament des Altars wurde "Giftas" konfisziert und gegen den Verleger Anklage wegen Beschimpfung kirchlicher Einrichtungen erhoben, worauf S. von Genf, wo er eben wohnte, nach Stockholm reiste und dort vor Gericht seine Verteidigung so glänzend führte, daß er gegen alle Erwartung von den Geschwornen freigesprochen wurde. In "Giftas" behandelt S. das Verhältnis zwischen Mann und Frau vom Standpunkt des Russen Tschernyschewsky (s. d.) aus; noch mehr aber tritt seine Verwandtschaft mit diesem in dem folgenden Werk: "Utopier i verkligheten" (1885), hervor, worin er in novellistischer Form "verwirklichte Utopien" schildert und auf diesem Weg den Nachweis zu liefern sucht, daß eine Lösung der Arbeiterfrage im Sinn des Sozialismus ersprießlich und möglich sei. Von sonstigen Werken Strindbergs sind zu nennen die Schauspiele. "Gillets hemlighet" (1880), "Herr Bengts hustru" (1882) und "Lycko-Pers resa" (1882), seine kulturhistorischen Arbeiten: "Svenska folket i helg och söken" (1882) und "Gamla Stockholm" (im Verein mit Claes Lundin, 1882); ferner: "Svenska berättelser" (1883); "Tjensteqvinnans son" (1886); "Hemsöborna" (1887); "Skärkarlslif" (1888); "Fröken Julie" etc. Durch seinen Kampf gegen die übertriebene Frauenvergötterung, welche in der schwedischen Litteratur durch Ibsens "Dukkehjem" angebahnt wurde, hat sich S. in den letzten Jahren viele Feinde erworben, besonders unter den jüngern Vertretern der Frauenemanzipation.

Stringéndo (ital., spr. strindsch-), musikal. Vortragsbezeichnung, s. v. w. immer schneller, bis zur nächsten Tempobezeichnung.

Stringieren (lat.), eng zusammenziehen, genau nehmen; streifen; stringent, zwingend, bündig.

Stringocephalenkalk, s. Devonische Formation.

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Stringocephalus - Stroganow.

Stringocephalus, s. Brachiopoden.

Strinnholm, Andreas Magnus, schwed. Geschichtsforscher, geb. 25. Nov. 1786 in der Provinz Westerbotten, studierte zu Upsala, schrieb zuerst "Svenska folkets historia under konungarna af Wasaätten" (Stockh. 1819-24, 3 Bde.), die er aber mit der Erbvereinigung von Westeräs 1544 abbrach, und begann, nachdem er eine Zeit hindurch am statistischen Archiv zu Stockholm beschäftigt gewesen, 1830 eine vollständige Geschichte Schwedens nach den Quellen zu bearbeiten, von welcher unter dem Titel: "Svenska folkets historia fran äldsta till nuvarande tider" (das. 1835-54; daraus einzelne Abschnitte deutsch von Frisch u. d. T.: "Wikingszüge, Staatsverfassung und Sitten der alten Skandinavier", Hamb. 1839-41, 2 Bde.) 5 Bände erschienen, welche bis 1519 reichen. Der erste Teil dieses Werkes ward von der schwedischen Akademie mit dem höchsten Preis gekrönt. Auch die kürzere "Sveriges historia i sammandrag" (Stockh. 1857-60, 3 Bde.) blieb unvollendet. S. ward 1845 Mitglied der Akademie der Wissenschaften und starb 18. Jan. 1862 in Stockholm.

Strix, s. Eulen, S. 907.

Strizzo (ital., Mehrzahl Strizzi), s. Louis.