Die Insel wurde 24. Nov. 1642 von dem holländischen Seefahrer Tasman entdeckt und zu Ehren seines Auftraggebers, des indischen Generalgouverneurs Anton van Diemen, Vandiemensland genannt, ein Name, der 1856 in den jetzigen umgeändert wurde. Die Insel blieb unbesucht, bis 1772 der Franzose Marion in der Frederick Hendrick-Bai landete. Fourneaux entdeckte 1773 die Adventurebai, welche 1777 auch von Cook berührt wurde. Bligh sah T. 1788 und 1792. d'Entrecasteaux, der Laperouse aufsuchen sollte, segelte in die Mündungen des Derwent und Huon und benannte mehrere Punkte. Kapitän Hayes untersuchte T. 1794 noch weiter. Baß bewies 1798 die Inselnatur Tasmanias. Die Kolonisation der Insel begann 1803 mit der Anlage einer Verbrecherkolonie am Derwent, die aber schon 1804 nach Hobart verlegt wurde. T. war nur eine Dependenz von Neusüdwales, erhielt aber 1824 auf Ansuchen der Kolonisten eigne Verwaltung, und 1853 hörte die Deportation [corr!] auf. Die Eingebornen (s. Tafel "Ozeanische Völker [corr!]", Fig. 4), welche man vorfand, waren den Australnegern ganz nahe verwandt, sie wurden aber teils in vielfachen Kämpfen ausgerottet, teils starben sie infolge ihrer gewaltsamen Versetzung auf die Flindersinseln bis auf wenige, welche man nach Hobart zurückführte. Die letzte ihres Stammes, Trucamini oder Lalla Rookh, starb 1876 in London. Vgl. Trollope, Victoria and T. (Lond. 1874); Jung, Der Weltteil Australien, Bd. 2 (Leipz. l882); Fenton, History of T. (Lond. 1884); Bonwick, The lost Tasmanian race (das. 1884).

Tasmanische Sprachen, s. Australische Sprachen.

Tasnád (spr. táschnahd. Trestenberg), Markt im ungar. Komitat Szilágy, mit (1881) 3375 ungar. Einwohnern, vorzüglichem Weinbau und Bezirksgericht.

Tassaert (spr. -ssart), Antoine, niederländ. Bildhauer, geboren um 1729 zu Antwerpen, wo er seine Ausbildung erhielt, ging dann nach England und Paris, wo er sich durch eine Statue Ludwigs XV. bekannt machte. Der Prinz Heinrich von Preußen beauftragte ihn, mehrere Statuen und Gruppen für sein Palais in Berlin auszuführen, wohin er um 1770 übersiedelte. Er entfaltete dort eine rege Thätigkeit, wurde Rektor der Kunstakademie und starb 1788. Er schuf unter anderm die Statuen der Generale v. Seydlitz und Keith auf dem Wilhelmsplatz in Berlin (später entfernt) und die Büsten Friedrichs II. und M. Mendelssohns.

Tasse, s. v. w. Banse, s. Scheune.

Tassenrot, s. Safflor.

Tassilo, Herzog von Bayern, aus dem Geschlecht der Agilolfinger, mußte 757 die Oberlehnshoheit seines Oheims, des fränkischen Königs Pippin, anerkennen, suchte sich aber unter Karl d. Gr. seiner Lehnspflicht zu entziehen, trat zu diesem Zweck mit seinem Schwager, dem Langobarden Adalgis, und den Avaren in geheime Verbindung, wurde zwar 787 mit Waffengewalt zur Unterwerfung gezwungen, erneuerte indes die Verschwörung, wurde deshalb 788 auf dem Reichstag zu Ingelheim zum Tod verurteilt, aber begnadigt und in das Kloster Jumièges bei Rouen eingeschlossen, wo er, nachdem er 794 nochmals feierlich dem Herzogtum Bayern entsagt, starb. Mit ihm erlosch das Geschlecht der Agilolfinger.

Tassilokelch, ein im Stift Kremsmünster aufbewahrter Kelch, welcher um 780 von dem bayrischen Herzog Tassilo und seiner Gemahlin Luitperga geschenkt wurde und der älteste unter den erhaltenen ist, der eine Inschrift trägt. Er ist 9½ cm hoch, aus Kupfer gegoffen und vergoldet und an der Kuppe mit den in aufgeschweißtes Silber gravierten Brustbildern Christi und der vier Evangelisten, am Fuß mit den Brustbildern von Propheten geschmückt Die Inschrift am Fuß lautet: "TASSILO DVX FORTIS LIVTPIRC VIRGO REGALIS".

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Tasso (Bernardo und Torquato).