Die III. Gruppe enthält die durch besondere Federstruktur des Gesamtgefieders (Locken- [Fig. 4l oder Strupptaube) oder einzelner Teile desselben (Mähnentaube, Perückentaube [Fig. 10], Möwentaube) oder zugleich auch durch größere Anzahl der Schwanzfedern, Haltung derselben und des Halses (Pfautaube [Fig. 14 u. 15]) gekennzeichneten. Unter den Lieblingen dieser Gruppe, den Möwentauben (Fig. 11, 12 u. 13), sind die orientalischen (Sattinetten, Blondinetten, Turbitins) Muster der Züchtungskunst in Bezug auf Reinheit der Färbung und Zeichnung.

Die IV. Gruppe, die der Formtauben, begreift drei sehr voneinander verschiedene Unterabteilungen.

1) Die Huhntauben zeigen in Körperform und Haltung große Ähnlichkeit mit den Hühnern: länglicher, spitz zulaufender Kopf, großer, huhnartig gebauter und getragener Rumpf und Schwanz, S-förmig gebogener Hals, kurze Flügel, starke, hohe, glatte Beine. Hauptrassen sind: die Malteser T., die Florentiner, die Monteneur, die Modeneser T.

2) Die Kropftauben (Kröpfer) zeichnen sich durch kleinen Kopf, langen Hals, schmalen Rumpf, lange, schmale Flügel, langen Schwanz, langen, dünnen Schenkel und Lauf (glatt oder bis auf die Zehen herab befiedert) und durch den riesigen Kropf aus, den möglichst hervorzuheben der lange, schlanke Korperbau sehr geeignet ist. Man kennt gegen 15 nach den Züchtungsorten benannte Rassen und Unterrassen. Englische (Fig. 16), Französische (Fig. 17), Pommersche, Sächsische, Brünner (Fig. 18), Prager etc.

3) Warzentauben (Schnabeltauben), Kennzeichen: kurzer dicker oder langer kegelförmiger oder stark nach unten gebogener Schnabel, mit kleinen bis walnußgroßen Warzen an der Basis des Oberkiefers und fleischigen Warzenringen um die Augen, welche bei einigen Rassen den Schädel überragen. Zehn Rassen mit 8-9 Unterrassen: Lang-, krumm- und kurzschnäbelige Bagdetten, Berbertauben, Römische T., Montaubantauben, Belgische Brieftauben. Die englische Bagdette (Karrier, Fig. 19), mit großen, häßlichen Schnabel- und Augenwarzen, bei der vom Taubenkopf kaum noch etwas übrig ist, gilt in England als die Königin der T., für "bezaubernd". Andre Rassen sind der Englische Dragoner, die Französische Bagdette, die bogenschnäbelige Nürnberger (Fig. 20), die kurzschnäbelige Türkische, die Berbertaube (Indianer, Cyprische Taube, Fig. 2l) und die Römische Taube (Fig. 22).

V. Gruppe, Flugtauben, d. h. Tümmler und Purzler. Das gemeinsame Kennzeichen dieser beliebten und rassenreichsten ist bei übrigens verschiedener Kopf- und Schnabelform der eigentümliche Flug. Sie steigen hoch in die Luft und überschlagen sich (purzeln) beim Herabfliegen weniger oder öfter, zuweilen bis auf den Boden herab, manche Rassen auf dem Boden selber. Man teilt die Tümmler in flachstirnige Langschnäbel (8 Rassen mit 6-7 Unterrassen, meist deutscher Zucht), flach- und hochstirnige Mittelschnäbel (9 Rassen) und in hochstirnige Kurzund Dickschnäbel (11-12 Rassen, meist englischer und deutscher Zucht). Unter den Englischen Tümmlern nehmen die Almonds- (Fig. 8), Bart- (Fig. 9) und Weißkopftümmler den ersten Rang ein und werden nebst den Kröpfern und Karriers zu hohen Preisen verhandelt. Auch unter den deutschen, österreichischen und dänischen Rassen (Berliner [Fig. 6], Danziger, Stralsunder, Braunschweiger, Hannoveraner, Königsberger, Altstämmer, Wiener, Prager, Pester, Kopenhagener, Kalotten [Fig.5], Nönnchen [Fig.7], Elster etc.) gibt es eine Menge sehr schöner und wertvoller T.

Haltung und Zucht der T. Die wirtschaftlichen Zwecken dienende Taubenzucht, für welche nur die Feld- oder Farbentauben zu empfehlen sind, ist eine sehr einfache. Der einfachste Taubenschlag, womöglich hoch gelegen, und jede gegen die Unbilden der

TAUBEN.

1. - Felsentaube. -

2. Bucharische Trommeltaube. -