Tay (spr. teh), Fluß in Perthshire (Schottland), entspringt als Dochart im Gebirge nördlich vom Loch Lomond, fließt nordöstlich durch den Loch T., tritt bei Dunkeld in das fruchtbare Strathmore ein und mündet durch den Firth of T. in die Nordsee. Der T. ist besonders in seinem obern Lauf sehr reißend und bildet bei Mones einem schönen Wasserfall. Seeschiffe können auf ihm mit der Flut bis nach Perth fahren. Seine bedeutendsten Nebenflüsse sind: der Tummel mit Garry, die Isla und der Earn. Die großartige Eisenbahnbrücke über den T., oberhalb Dundee, die 1877 gebaut wurde und 3,2 km lang war, stürzte Weihnachten 1879 mit einem über sie hineilenden Zug in die Fluten. Seit 1883 ist indes vom Ingenieur W. H. Barlow eine neue Brücke erbaut worden, die auf eisernen, mit Zement gefüllten Cylindern ruht, 3214 m lang und 18,3 m breit ist, 85 Öffnungen hat (11 zu je 75,3 m) und in der Mitte sich 23,5 m über den mittlern Wasserstand erhebt.

Taÿgetos (auch Taygeton, jetzt Pentedaktylon, "Fünffingerberg"), Gebirge im Peloponnes, zieht sich als Grenze zwischen Lakonien und Messenien von der Grenze Arkadiens bis zum Vorgebirge Tänaron hinab, eine ununterbrochene Kette bildend, durch welche nur ein einziger, sehr beschwerlicher Paß, die sogen. Langada (von Sparta nach Kalamata), hindurchführt. Die höchsten, mit Schnee bedeckten Spitzen hießen Taleton (2409 m hoch) und Euoras.

Taylor (spr. tehler), 1) Zachary, zwölfter Präsident der Vereinigten Staaten von Nordamerika, geb. 24. Nov. 1784 in Orange County im Staat Virginia, verlebte seine Jugend in Kentucky, wohin seine Eltern als Farmer übersiedelten, ward 1808 Leutnant in einem Infanterieregiment, 1812, nachdem er mit 50 Mann im Fort Harrison am Wabashfluß 5. Sept. 1812 die Angriffe zahlreicher Indianerscharen mit Erfolg zurückgeschlagen, Major und 1832 Oberst des 6. Infanterieregiments, an dessen Spitze er im Blackhawkkrieg unter Scott focht. Auch an dem Feldzug gegen die Indianer in Florida 1836 nahm er als General mit Auszeichnung teil, und im Dezember 1837 erfocht er an der Spitze einer Brigade über die Indianer einen blutigen Sieg am See Okitschobi. Nachdem er das Oberkommando in Florida noch bis 1840 geführt, erhielt er das Kommando im ersten, die Staaten Louisiana, Mississippi und Alabama umfassenden Militärdepartement, 1845 aber den Oberbefehl über die nach Texas bestimmte Okkupationsarmee. Er überschritt 1846 im Kriege gegen Mexiko den Rio Grande, nahm nach einer Reihe kleiner Gefechte Monterey (24. Sept.), erfocht 22. und 23. Febr. 1847 mit seinen 6000 Mann über Santa Annas 21,000 Mann einen entscheidenden Sieg und schlug im April noch ein andres Korps Mexikaner bei Tula. Diese Erfolge hatten ihm solche Popularität erworben, daß er von der Whigkonvention in Philadelphia als Kandidat für die Präsidentschaft aufgestellt, 7. Nov. 1848 mit bedeutender Majorität gewählt ward und 4. März 1849 sein Amt antrat. Aber 40jährige Kriegsstrapazen hatten seine Gesundheit untergraben, und er starb nach kurzer unparteiischer Verwaltung schon 9. Juli 1850 in Washington

2) Henry, engl. Dichter und Schriftsteller, geb. 1810 in der Grafschaft Durham, trat im Kolonialamt in den Staatsdienst, verheiratete sich mit der Tochter Lord Monteagles, wurde 1873 zum Ritter erhoben und starb 27. März 1886 in Bornemouth. Als Dramatiker begann er mit "Isaac Comnenus" (1827); dann folgte die zweiteilige historische Tragödie "Philip van Artevelde" (1829), sein Hauptwerk, von ihm selbst als "historischer Roman in dramatischer und rhythmischer Form" bezeichnet, durch kräftige Charakteristik ansprechend und reich an wirkungsvollen Szenen. Von seinen übrigen, wiederholt aufgelegten Stücken nennen wir: "Edwin the Fair" (1842), "The virgin widow" (1850) und "St. Clement's eve" (1862). Außerdem schrieb er: "The statesman", eine Abhandlung voll scharfer und feiner Beobachtungen (1836); "The eve of the conquest, and other poems" (1847); "Notes from life" (1847); "Notes from books" (1849); "A Sicilian summer, and minor poems" (1868) u. a. Seine gesammelten

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Taylors Lehrsatz - Teano.

"Works" erschienen 1877-78, 5 Bde.; seine "Autobiography" 1885, 2 Bde. Seine "Correspondence" gab Dowden heraus (1888).

3) Tom, engl. Dramatiker und Humorist, geb. 1817 bei Sunderland als Sohn einer Deutschen, studierte in Glasgow und Cambridge, wurde Rechtsanwalt, dann Professor der englischen Litteratur am University College in London, trat 1850 in den Staatsdienst, ward 1854 Hauptsekretär des Gesundheitsamtes und bei Auflösung dieser Behörde nach 21jähriger Dienstzeit in Ruhestand versetzt. Inzwischen hatte er als Kunstkritiker der "Times" bedeutenden Einfluß erworben, als Mitarbeiter des "Punch" viel Heiteres geschrieben und besonders als dramatischer Schriftsteller sich hervorgethan. Mehr als 100 Stücke sind aus seiner Feder hervorgegangen, freilich viele nach fremden Mustern. "The fool's revenge", "An unequal match". "The ticket-of-leave man", "Clancarty" haben sich auf der Bühne erhalten, ebenso die historischen Dramen: "Twixt axe and crown", "Joan of Arc" und "Anne Boleyn". Während der letzten acht Jahre seines Lebens war er Herausgeber des "Punch". Er starb 12. Juli 1880 in London. Auch als Herausgeber der Biographien englischer Künstler, wie Haydons (1853), Leslies (1859), Reynolds (1865), sowie eines "Catalogue of the works of Sir J. Reynolds" (1869) hat sich T. verdient gemacht.

4) Bayard, nordamerikan. Tourist, Schriftsteller, und Dichter, geb. 11. Jan. 1825 zu Kennett Square in Pennsylvanien, wurde mit 17 Jahren Buchdruckerlehrling in Westchester, widmete sich nebenbei der Litteratur und den schönen Wissenschaften und machte mit seinen Ersparnissen 1844-46 eine Fußtour durch Europa, worüber er in "Views afoot" (1846) berichtete. Darauf lebte er zu New York als Mitredakteur an der "New York Tribune" und machte 1848, nachdem er seine "Rhymes of travel" veröffentlicht, im Auftrag des genannten Blattes eine Reise nach Kalifornien, die er in "El Dorado" (1849) beschrieb. Seine "Poems and ballads" erschienen 1851, ebenso sein "Book of romances, lyrics and songs". In demselben Jahr unternahm er eine Reise nach dem Orient und ins Innere von Afrika. Im Oktober 1852 begab er sich von England über Spanien nach Bombay und von da nach China, wo er der amerikanischen Gesandtschaft beigegeben wurde. Darauf begleitete er Kommodore Perrys Flottengeschwader nach Japan und kehrte Ende 1853 nach New York zurück. Seine Reiseberichte veröffentlichte er in der "Tribune", später in Buchform: "A journey to Central Africa" (1854), "The lands of the Saracen" (1855) und "A visit in India, Japan and China" (1856). Von 1856 bis 1858 von neuem auf Reisen, besuchte er namentlich Lappland und Norwegen, dann Griechenland und Kreta, Polen und Rußland. Früchte dieser Reisen waren die Schriften: "Northern travel" (1857) und "Travels in Greece and Russia" (1859). Nachdem sich T. 1857 mit der Tochter des Astronomen Hansen in Gotha vermählt (die in der Folge viele seiner Schriften ins Deutsche übertrug), baute er sich in Cedarcroft bei Philadelphia ein Landhaus, wo er zunächst seinen Wohnsitz aufschlug, verweilte dann 1862-63 als Gesandtschaftssekretär in Petersburg, machte 1865 einen Sommerausflug durch die Felsengebirge, war 1866-68 und wiederum 1872-1874 von neuem in Europa, vorzugsweise in Thüringen, Italien und in der Schweiz, von wo er auch Abstecher nach Ägypten und nach Island machte, und wurde im Mai 1878 vom Präsidenten Hayes zum Gesandten der Vereinigten Staaten in Berlin ernannt, wo ihn 19. Dez. 1878 ein plötzlicher und früher Tod ereilte. Von Reisebeschreibungen erschienen noch: "Home and abroad" (1859, 2. Serie 1862), "Colorado" (1867), "Byways of Europe" (1869) und "Egypt and Iceland" (1875). Seine poetischen Arbeiten umfassen noch die Sammlungen: "Poems of the Orient" (i854), "Poems of home and travel" (1855), "The poet's journal" (1862), das didaktische Gedicht "The picture of St. John" (1866), die Idylle: "Lars (1873) und "Home pastorals" (1875) sowie mehrere dramatische Dichtungen: "The masque of the gods" (1872), "The prophet" (1874), "Prince Deukalion" (1878) und eine meifterhafte Übertragung von Goethes "Faust" im Versmaß des Originals (1870-71, 2 Bde.). Außerdem schrieb T. Novellen, wie: "Hannah Thurston" (l863), "John Godfrey's fortunes" (1865), "The story of Kennett" (1866), "Joseph and his friend" (1871) u. a., sowie die Werke: "A school history of Germany" (1874), "The Echo Club" (1876), eine harmlose Satire auf englische Dichter der Neuzeit, und die nach seinem Tod erschienenen "Studies in German literature" (1879) und "Critical essays and notes" (1880). Eine Sammlung seiner Reisen erschien in 6 Bänden (New York 1881), seine "Complete poetical works" Boston 1881. Um die Verbreitung der Kenntnis deutscher Litteratur in Amerika hat sich T. große Verdienste erworben. Viele seiner Schriften erschienen auch in deutscher übersetzung, die "Gedichte" von Bleibtreu (Berl. 1879). Vgl. Conwell, Life, travels and literary career of B. T. (Boston 1879); Marie Hansen-Taylor und H. Scudder, Life and letters of Bayard T. (das. 1884, 2 Bde.; deutsch, Gotha 1885).

5) George, Pseudonym, s. Hausrath.