Tehuacan de las Granádos, Stadt im mexikan. Staat Puebla, südöstlich von der Hauptstadt, 1640 m Ü. M., ehemals ein besuchter heiliger Ort der Azteken, mit (1880) 9173 Einw. im Munizipium.
Tehuantepec, Stadt im mexikan. Staat Oajaca, 20 km oberhalb der Mündung des gleichnamigen Flusses in den Stillen Ozean und 22 km westlich von einem geräumigen, aber seichten Haff, mit (1880) 24,438 Einw. in seinem Munizipium (meist Indianer), liegt an der schmälsten Stelle des nordamerikanischen Kontinents, auf dem nur 190 km breiten Isthmus von T., der sich zwischen dem Golf von T. im S. und dem Golf von Guazacualca des Mexikanischen Meerbusens im N. erstreckt, und dessen Einsenkung das Hochland von Guatemala von dem Plateau von Anahuac trennt. Die niedrigste Stelle der Wasserscheide (bei Tarifa) liegt 207 m ü. M. Diese Stelle veranlaßte schon frühzeitig das Projekt einer Verbindungsstraße zwischen dem Atlantischen und dem Stillen Ozean. Nachdem bereits Cortez 1520 einen Kanalbau vorgeschlagen, ließ der Vizekönig Bucareli 1771 Vermessungen zu diesem Zweck anstellen. Ein Gleiches geschah 1825 im Auftrag der mexikanischen Regierung. Am 25. Febr. 1842 erhielt endlich der Mexikaner José Garay ein Privilegium zur Herstellung eines Kanals oder einer Eisenbahn über den Isthmus. Er trat sein Privilegium (1846) an Engländer ab, diese (1850) an die Louisiana-Tehuantepec Company, die auch wirklich, nachdem die Regierungen von England und Amerika sich 1853 vereinigt hatten, das Unternehmen zu schützen, einige Dampfer auf den Guazacualca setzte und einen Überlanddienst nach Ventosa am Stillen Ozean ins Werk setzte. Die politische Unsicherheit und die erfolgte Eröffnung der Panamabahn hinderten aber die Ausführung eines Kanals oder auch einer Eisenbahn. Im J. 1879 wurde abermals eine T. Interoceanic Railway Company gegründet, und als auch das Privilegium dieser Gesellschaft ablief, ohne daß etwas geschehen war, nahm die Regierung das Werk selbst in die Hand. Der Plan des Kapitän J. B. Eads (1881), eine Eisenbahn zu bauen, vermöge welcher auch beladene Schiffe von Meer zu Meer geschafft werden könnten, ist nie mehr als Projekt geworden. T. ist Sitz eines deutschen Konsuls. Vgl. Shufeldt, T., explorations and surveys (Washingt. 1873).
Tehueltschen ("Südvolk") nennen die Araukanier die Patagonier, während sie die Pampasindianer in Argentinien Pueltschen ("Ostvolk") nennen.
Teich, größere Ansammlung von Wasser, welche durch natürliche oder künstliche Ufer eingeschlossen ist und mittels gewisser Vorrichtungen abgelassen und gespannt (angefüllt) werden kann. Die Teiche dienen vorzüglich zur Zucht von Fischen, außerdem zur Bewegung von Rädern und Maschinenwerken und zur Bereithaltung eines Wasservorrats. Die Teichfischerei (Teichwirtschaft, s. Fischerei, S. 305) hat infolge der Vervollkommnung der Bodenkultur an Ausdehnung sehr verloren und dem einträglichen Feld- und Wiesenbau weichen müssen. Am ausgedehntesten wird sie noch in Schlesien, Böhmen, in der Oberlausitz, im Vogtland, im Altenburgischen, Thüringischen, Halberstädtischen, in Bayern und Holstein und zwar vornehmlich auf Karpfen betrieben. Große Teiche kann man bald zur Fischerei, bald auch zum Feld- und Wiesenbau anwenden (Sämerung). Man legt zu dem Ende den T. im Herbste trocken, ackert den Grund um, bestellt ihn ein bis drei Jahre lang mit Feldfrüchten und benutzt ihn dann wieder zur Fischerei, um nach sechs Jahren das Besäen zu wiederholen. Vgl. D e l i u s, Die Teichwirtschaft (Berl. 1875); Nicklas, Lehrbuch der Teichwirtschaft (Stett. 1879); Benecke, Die Teichwirtschaft (2. Aufl., Berl. 1889); v. dem Borne, Handbuch der Fischzucht und Fischerei (das. 1886).
Teichhuhn, s. Wasserhuhn.
Teichkolben, s. Typha.
Teichlilie, s. Iris.
Teichlinse, s. v. w. Lemna.
Teichmüller, Gustav, philosoph. Schriftsteller, geb. 19. Nov. 1832 zu Braunschweig, studierte in Tübingen und vorzugsweise in Berlin unter Trendelenburg Philosophie, veröffentlichte als Lehrer am
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