Telemeter (griech., "Fernmesser"), eine von C. L. Clarke in New York erfundene Vorrichtung, um die Ablenkungen eines Manometers, Wasserstandszeigers etc. telegraphisch auf einen entfernten Zeigerapparat zu übertragen. Der Geber ist mit dem Empfänger durch drei Leitungen verbunden; ersterer enthält den Zeiger des Meßinstruments, der sich zwischen zwei mit ihm um dieselbe Achse mittels eines Sperrrades verschiebbaren Kontaktfedern bewegt und, je
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Telemssen - Telesio.
nachdem er sich links oder rechts anlegt, in der einen oder andern von zwei Leitungen den Stromweg der am Empfangsort aufgestellten Batterie schließt. In jedem dieser Stromwege liegen auf der gebenden Seite zwei Elektromagnete, auf der Empfangsstelle ein dritter, welche beim Stromschluß nacheinander in Wirksamkeit treten. Der erste stellt einen Nebenweg zu dem unsichern Zeigerkontakt her und erhöht dadurch die Sicherheit des Ansprechens; der andre schiebt das Sperrrad des Gebers um einen Zahn vorwärts, wodurch die Kontaktfedern dem Zeiger nachgedreht werden, bis dieser wieder frei zwischen beiden spielt; der Elektromagnet auf der Empfangsstelle endlich bewirkt, ebenfalls durch Einwirkung aus ein Sperrrad, daß der Zeiger des Empfangsapparats eine gleiche Ablenkung erfährt. Infolge der Bewegung beider Sperrräder wird ein neuer Stromweg durch die dritte Leitung und den dritten Elektromagnet des Empfangsapparats geschlossen, dessen Anker beim Anziehen demnächst die Batterieverbindung unterbricht und alle Elektromagnete in die Ruhelage zurückführt, so daß bei einem neuen Kontakt des Zeigers nach der einen oder andern Seite das Spiel sich wiederholen kann. Die Telemeterapparate verlangen eine sorgfältige Einstellung, sind aber dann gegen zufällige Erschütterungen unempfindlich. Vgl. Distanzmesser.
Telemssen, Stadt, s. Tlemsen.
Teleologie (v. griech. telos, Ziel, Zweck), "Lehre von den Zwecken", diejenige Vorstellungsart der Dinge, d. h. der Natur und der sozialen Welt, der zufolge die einzelnen Erscheinungen, Existenzen und Vorgänge auf die in ihnen enthaltenen oder doch vorausgesetzten zweckmäßigen Beziehungen hin betrachtet werden. Dieselbe wird neuerlich in dem Maß, als die exakten Wissenschaften emporkamen, für unfruchtbar, ja dem Fortschritt des Wissens hinderlich angesehen. Spinoza (s. d.) bezeichnete die Zwecke, die man in der Natur angetroffen haben wollte, als menschliche Hineindichtungen; Bacon (s. d. 3) nannte die Zweckbetrachtung im Gegensatz zu der Erforschung der wirkenden Ursachen eine gottgeweihte Jungfrau, die nichts gebären könne. Noch Kant richtete einen Abschnitt seiner "Kritik der Urteilskraft" gegen die Gültigkeit der Zweckvorstellungen. Neuerdings hat man in Anknüpfung an Aristoteles, in dessen Philosophie die den Naturdingen innewohnenden Zwecke eine große Rolle spielen, die Wiederherstellung einer Art von T. insofern versucht, als in gewissen Naturerscheinungen, wie im Instinkt (s. d.) und Trieb (s. d.), Zwecke, die von keinem Bewußtsein begleitet und also nicht als eigentliche Absichten gedacht werden (immanente Zwecke), anzutreten sein sollen. In der sogen. natürlichen Religion hat die T. sowohl bei den englischen Deiften als in der deutschen Aufklärungsphilosophie des Reimarus (s. d.) eine Rolle gespielt; aus der Naturwissenschaft ist sie seit Darwin (s. d.), der an die Stelle des Kanons: Es ist zweckmäßig, darum ist es, den umgekehrten setzte: Es ist, darum ist es zweckmäßig, so gut wie verschwunden.
Teleorman, Kreis in der Großen Walachei, an der Donau, benannt nach dem Fluß T.; Hauptstadt Turnu-Magurele.
Teleosaurier, krokodilähnliche Reptilien der Juraperiode.
Teleostei (Knochenfische), Ordnung der Fische (s.d., S. 298).
Telepathie (griech., "Fernfühlung, Fernegefühl"), neuerdings in Aufnahme gekommene Bezeichnung für das angebliche Vermögen einzelner Personen, räumlich oder zeitlich entfernte Vorgänge zu empfinden. Vgl. Gedankenlesen und Zweites Gesicht.