Telesphoros (griech., "Vollender"), in der griech. Mythologie der Gott der Genesung, gewöhnlicher Begleiter des Asklepios, neben dem er als kleiner, in einen Mantel gehüllter Knabe erscheint.

Tel est notre plaisir (franz.), "das ist unser Wille", "so beliebt es uns", vor der Revolution der gewöhnliche Schluß in Reskripten und Befehlen der Könige von Frankreich an ihre Beamten.

Telëuten (Tulungut, weiße Kalmücken, auch Kumanelinzen), mongolischer, aber türkisierter, ackerbautreibender Volksstamm im sibir. Gouvernement Tomsk, an der Beja und den Telezker Seen.

Teleutosporen (griech.), eine Art Sporen bei den Pilzen (s. Pilze, S. 66, und Rostpilze).

Telford, Thomas, Ingenieur, geb. 9. Aug. 1757 zu Eskdale (Dumfriesshire), erlernte das Maurerhandwerk, ging 1781 nach Edinburg, 1782 nach London, wo er unter Chambers und Adams weitere Studien machte. Hier lernte er zugleich die Anlagen der Docks und Werften kennen, welche 1787 unter seiner Leitung vollendet wurden. 1793 wandte er sich dem Bau von Brücken zu, unter welchen die gewölbten Brücken über den Severn bei Montfort und Bewdley sowie über den Dee bei Tongueland und die gußeiserne Brücke von Buildwas hervorzuheben sind. Bei dem Bau des Ellesmerekanals (mit den bemerkenswerten Aquädukten im Chirkthal und von Pont y Cyssylte) 1793 konstruierte T. zuerst gußeiserne Schleusenthore und dann ganze Schleusen aus Gußeisen. Noch bedeutender war der T. übertragene Bau des 1823 für die Schiffahrt eröffneten Kaledonischen Kanals (s. d.). Auch der Macclesfieldkanal und Birmingham-Liverpool-Junctionkanal sind Werke Telfords. Unter seinen Hafenbauten sind die von Aberdeen und Dundee die bedeutendsten. Unter den auswärtigen Aufträgen Telfords ist der Plan des zur Verbindung des Wenersees mit der Ostsee bestimmten Götakanals in Schweden hervorzuheben. Das bedeutendste Werk Telfords ist die 1819-26 erbaute großartige, zur Verbindung der Insel Anglesea mit dem Festland von Carnarvon bestimmte Kettenbrücke über die Menaistraße bei Bangor. Nach demselben System ist die zur gleichen Zeit von ihm ausgeführte Conwaybrücke erbaut. T. starb 1831.

Telfs, Dorf in Tirol, Bezirkshauptmannschaft Innsbruck, in weiter Ebene des Oberinnthals an der Arlbergbahn gelegen, hat eine hübsche Pfarrkirche mit Freskomalerei, ein Bezirksgericht, Franziskanerkloster, Bierbrauerei, Baumwollspinnerei, Tuch- und mechanische Leinweberei und (1880) 2261 Einw.

Telgte, Stadt im preuß. Regierungsbezirk und Landkreis Münster, an der Ems, zwischen ausgedehnten Heiden, 56 m ü. M., hat eine kath. Kirche mit wunderthätigem Marienbild, eine Privatirrenanstalt (Rochushospiz), Wollspinnerei und Wollwarenfabrikation, Bierbrauerei, Mahl-, Walk-, Öl- und Sägemühlen und (1885) 2271 Einw. T. ist seit 1238 Stadt.

Telinga, ein zu den Drawida (s. d.) gehöriger Volksstamm in Ostindien, dessen Sprache das Telugu (s. d.), von ältern Reisenden auch Gentoo ("Heidensprache") genannt, ist.

Teliosádik (v. griech. telos, "Vollendung"), das vollkommenste Zahlensystem, nämlich das duodezimale mit der Grundzahl 12, dessen Verbreitung und gesetzliche Einführung Joh. Friedrich Werneburg (geb. 1777 zu Eisenach, gest. 1851 als Professor in Jena) in seiner gleichnamigen Schrift (Leipz. 1800) "jedem redlichen Mann, ja jeder gebildeten, vernünftigen Regierung zur Pflicht" gemacht hat.

Tell, das (arab.), das fruchtbare, den Getreidebau gestattende Land am Atlas in Nordwestafrika, im Gegensatz zu der unfruchtbaren Sahara. Das T. hat von Marokko bis Biskra in Algerien eine fast durchgehends gleiche Breite von etwa 190 km.