Terzka (Terzky, eigentlich Treka), Adam Erdmann, Graf, kaiserl. General, ein böhmischer Edelmann, diente im Heer Wallensteins, dessen Schwager er durch die Heirat mit der Gräfin Maximiliane Harrach (also nicht der Schwester Wallensteins wie in Schillers "Wallenstein") war, genoß als unbedingt ergebener Anhänger Wallensteins dessen Vertrauen und zeichnete sich mit seinem Regiment in der Schlacht bei Lützen aus. Er und Ilow beredeten hauptsächlich im Januar 1634 die Wallensteinschen Obersten zum Revers von Pilsen und zu der zweiten Verbriefung ihrer Treue den 20. Febr. Er ward deshalb von dem kaiserlichen Pardon ausgenommen und 25. Febr. 1634 in Eger, wohin er Wallenstein begleitet hatte, nebst Ilow und Kinsky beim Abendessen nach verzweifeltem Widerstand ermordet.

Terzquartakkord (Terzquartsextakkord), Umkehrung des Septimenakkords mit in den Baß gelegter Quinte (ghdf:dfgh). Vgl. Septimenakkord.

Terztöne, s. Quinttöne.

Tesanj (spr. -schanj), Bezirksstadt in Bosnien, Kreis Banjaluka, liegt malerisch in einer Schlucht an beiden Ufern der Raduska, hat 5 Moscheen, auf steilem Kegel eine Ruine der ehemaligen Residenz der Bane der Landschaft Usora, deren Hauptstadt T. war, (1885) 5807 Einw. (meist Mohammedaner), lebhaften Obst- und Getreidehandel und ein Bezirksgericht.

Teschen, Fürstentum im österreich. Herzogtum Schlesien, besteht aus dem größten Teil des frühern Teschener Kreises, welcher im J. 1849 in die jetzigen Bezirkshauptmannschaften T., Bielitz und Friedeck aufgelöst ward (s. Karte "Böhmen, Mähren und Schlesien"), gehörte ursprünglich den oberschlesischen Herzögen von Oppeln, wurde zufolge der Teilung dieses Herzogtums 1282 selbständig als piastisches Fürstentum und stand seit 1298 unter böhmischer Oberhoheit. Als 1625 der Mannesstamm der Herzöge von T. erlosch, verblieb das Fürstentum bei der Krone Böhmen, bis Kaiser Karl VI. dasselbe 1722 dem Herzog Leopold Joseph Karl von Lothringen übergab, dem sein Sohn Franz Stephan, nachmaliger Kaiser Franz I., 1729 im Besitz folgte. Nach diesem besaß dasselbe seit 1766 unter dem Titel eines Herzogs von Sachsen-T. der mit der Tochter Maria Theresias, Maria Christina, vermählte Prinz Albert von Sachsen, der es bei seinem Tod 1822 an den Erzherzog Karl vererbte, von dem es an dessen ältesten Sohn, Albrecht, überging. - Die gleichnamige Stadt (poln. Cieszyn), an der Olsa und am Kreuzungspunkt der Kaschau-Oderberger Eisenbahn und der Nordbahnlinie Kojetein-Bielitz, hat eine Dechanteikirche, ein verfallenes Bergschloß und (1880) mit den sechs Vorstädten 13,004 Einw., welche Fabrikation von Möbeln, Wagen, Bautischlerei, Flachsspinnerei und -Weberei, Bierbrauerei, Branntweinbrennerei und lebhaften Handel betreiben. T. ist Sitz einer Bezirkshauptmannschaft, eines Kreisgerichts, eines Zollamtes und eines katholischen Generalvikariats mit bischöflicher Jurisdiktion, hat ein Obergymnasium, eine Oberrealschule, eine Lehrerbildungsanstalt, ein adliges Konvikt, evangelisches Alumneum, ein Museum, eine Sparkasse und ein Theater. Historisch merkwürdig ist die Stadt durch den hier 13. Mai 1779 zwischen Maria Theresia und Friedrich II. abgeschlossenen Frieden, welcher dem bayrischen Erbfolgekrieg ein Ende machte. Vgl. Biermann, Geschichte des Herzogtums T. (Tesch. 1863); Peter, T., historisch-topographisches Bild (das. 1878); Derselbe, Geschichte der Stadt T. (das. 1888).

Tesching, Zimmergewehr von so kleinem Kaliber, daß die Gase eines stark geladenen Zündhütchens genügen, das erbsengroße Geschoß auf 10-20 m durch ein mäßig starkes Brett zu treiben; angeblich nach der Stadt Teschen benannt.

Teskere (arab.), Billet, Note, Paß, Schuldverschreibung und andre ähnliche Schriftstücke; auch Sammlung von Biographien von Heiligen und Dichtern. T.-dschi, Notar des Großwesirs und des Hohen Rats.

Tessellarisch (lat.), würfelig, gewürfelt.

Tessera (lat.), Tafel, Stein zum Stimmen in den Versammlungen; Parole; auch Würfel zum Spielen.

Tesserales Kristallsystem, s. Kristall, S. 230.