Vgl. beiliegenden [Plan].
Ankunft. Die beiden Kopfstationen der Nordchinesischen Bahn und der Peking-Hankau-Bahn liegen östl. und westl. vom Haupttor Tchiën-mönn. Vom Mukdenbahnhof erreicht man das Hôtel des Wagons-Lits zu Fuß in 3 Min. durch das»Water Gate«. Vom Hankaubahnhof fährt man in Rikscha 10 Min. zum Hotel durch das Tchiën-mönn. Hausdiener der Gasthöfe sind am Bahnhof.
Gasthöfe: Grand Hôtel des Wagons-Lits (deutsche Leitung), I. Haus, mit allem Komfort, 100 Z., Pens. $ 8-12, oft überfüllt, daher telegraphische Vorausbestellung (»Wagonlits-Peking«) dringend anzuraten.—Hôtel du Nord (deutscher Inhaber O. Ludwig), beim Tore Hatamönn, billiger, aber (sehr primitiv) in alten Chinesenhäusern.— Hôtel de Pékin (italienische Leitung), am Nordglacis.—Chinesische Gasthöfe sind für europäische Reisende unbewohnbar. Chinesische Speisehäuser (stets ungemütlich und schmutzig) zeigt der Führer. Vorher zu Hause essen!
Telegraph in der Telegraph Lane (vgl. Plan).
Postanstalten, deutsche, französische, japanische, russische, im Gesandtschaftsviertel.
Wagen besorgen die Gasthöfe, ebenso Rikschas.
Automobile zu Fahrten zum Sommerpalast (1 St.), Zoologischen Garten (1/2 St.).
Führer (Erklärungen mit Vorsicht aufzunehmen) besorgen die Gasthöfe, desgleichen Reittiere und Tragstühle zu Ausflügen.
Eisenbahnen: Nordchinesische Bahn (Imperial Railways of North China) nach Tientsin (S. [277]) und nach Mukden (S. [324]) mit Anschluß an die Südmandschurische Bahn (Reichskursbuch 706) über Charbin-Irkutsk-Moskau nach Berlin (S. [301]); die Mongolische Bahn (Imperial Peking-Kalgan Railway) nach Suiyüan (S. [295]) und die Peking-Hankau-Bahn oder Peihan-Bahn (Reichskursbuch 706; Imperial Ching-Han Railway) nach Hankau (S. [259] u. [299]).
Geld s. S. [219]. Viel falsches Silber-und Kupfergeld ist im Umlauf.—Banken: Deutsch-Asiatische Bank; Hongkong & Shanghai Banking Corporation; beide Korresp. der Berliner Disconto-Gesellschaft, erstere auch der Deutschen Bank in Berlin und der Allgem. Deutschen Creditanstalt in Leipzig. Ferner (seit 1910) Russisch-Asiatische Bank; Yokohama Specie Bank; Banque de l'Indo Chine, sämtlich in der Gesandtschaftsstraße.
Theater: In der Chinesenstadt, die besten in dem 1900 niedergebrannten Stadtteil sw. vom sogen. Kaisertor in der Straße Dà-schi-laol und ihren Parallelstraßen. Theater alten Stils am Fleischmarkt Jóū-schi, sö. vom Kaisertor. Beste Plätze auf der Galerie; Mitnahme eines Führers ratsam.
Reisebureau der Schlafwagengesellschaft im Hôtel des Wagons-Lits.— Führer: Boy-Ed, Peking und Umgebung, $ 2,20, und andre Führer in englischer Sprache im Hotel des Wagons-Lits käuflich.
Gesandtschaften (meist an der Gesandtschaftsstraße): Deutsches Reich, Gesandter Se. Exzellenz Wirkl. Geh. Rat Graf v. Rex (Sommersitz in Peitaiho). —Österreich-Ungarn, Ritter v. Kuczynski.
Deutscher Arzt: Stabsarzt Dr. Gelinsky, deutscher Gesandtschaftsarzt.— Deutsches Krankenhaus und Militärlazarett nördl. der deutschen Offiziershäuser. —Deutsche Apotheke: J. Betines & Co. im amerikanischen Hospital an der Hatamönnstraße, gegenüber Hôtel du Nord. Französisches Krankenhaus St.-Michel in der Gesandtschaftsstraße.
Geschäftsadressen. Deutscher Photograph: M. Hartung, gegenüber deutschem Offizierskasino; japanischer (gut) Yamamoto, neben Direktion der Peking-Hankau-Bahn;—Reiseausrüstung etc.: Kierulff & Co. (deutscher Inhaber Krüger), Gesandtschaftsstraße; H. Bahlke (deutsch), Hatamönnstraße, neben Hôtel du Nord; L. Wanniek (Österreicher), ebenda;— chinesische Geschäfte in der Hatamönnstraße und in der Chinesenstadt.
Zeiteinteilung für 10 Tage. 1. Tag: Gesandtschaftsviertel und Abendspaziergang auf der Mauer.—2. Tag: östliche Mandschustadt bis zum Gelben Tempel.—3. Tag: westliche Mandschu-und Kaiserstadt.—4. Tag: Chinesenstadt.—5. und 6. Tag: Ausflug zum kaiserlichen Sommerpalast (geöffnet jeden 5., 15., 25. chinesischen Datums, 3 Tage vorher bei Gesandtschaft einschreiben) und in die Westberge. —7.-10. Tag: Ausflug nach der Großen Mauer und den Minggräbern. —Ganz flüchtige Reisende brauchen 2 Tage für Peking, 1 Tag Sommerpalast und 3 Tage für den Ausflug zur Großen Mauer und den Minggräbern. Vgl. auch Zeiteinteilung auf S. [294].—Zu genaueren Studium der Stadt nehme man mindestens 4 Wochen Aufenthalt.
Für Umschreibung der chinesischen Laute mit lateinischen Buchstaben befolgt jeder Schriftsteller über chinesische Dinge sein eignes System. Im folgenden sind die chinesischen Worte in der praktischen Umschreibung nach dem System Sir Thomas Wade's wiedergegeben, dessen Hauptregel ist: die Vokale wie im Deutschen, die Konsonanten wie im Englischen zu sprechen. Da viele Abweichungen vorkommen, ist die Aussprachebezeichnung in eckigen Klammern [] beigefügt; man merke: alle Laute wie im Hochdeutschen mit folgenden Besonderheiten: y = j in Jahr, jung; j = französisch j in Journal, Jongleur; h = ch in Bach, Loch; ch = ch in China, Chemie; ie stets getrennt sprechen i-ĕ (nicht wie langes i), ebenso ou, das entweder ŏ-ū oder ō-ū lautet; w wie englisch w (nicht wie deutsches w).