Vgl. die Karten bei S. [215] und S. [271].

Ostchinesische Bahn von Charbin nach Changchun und von hier Südmandschurische Bahn nach Mukden, vgl. S. [324]. Von Mukden nach (524 M) Peking zweigt die Nordchinesische Eisenbahn (Imperial Railways of North China) westwärts ab; Schnellzüge ab südmandschurischer Bahnhof in Mukden im Anschluß an die Expreßzüge von Charbin (S. [323]), Fahrzeit Mukden-Peking 23 St., Fahrpreise I. $ 31,70, II. 19,85, Zuschlag für Luxusexpreß $ 7 bzw. 5. —Über direkte Fahrkarten Berlin-Peking (rund 11090 km) vgl. S. [302].

Bahnfahrt von Charbin nach Mukden vgl. S. [324]. Von Mukden fährt die Nordchinesische Bahn in westl. Richtung durch die steppenartige Liaoebene, die nicht besonders fruchtbar, aber wichtig durch ihre riesigen Schweineherden ist, die bis Peking exportiert werden, und überschreitet den Liaoho. Dann südwestl. weiter in der Liaohoebene nach Koupangtze.

Zweigbahn südl. nach Yingkou, Inkau, Niutschwang (Hotel Manchuria House; 30 Z., Pens. $ 8), dem wichtigsten Handelsplatz der südl. Mandschurei, auf 40° 44' nördl. Br., etwa 26 km oberhalb der Mündung des Liaoflusses in den Golf von Liaotung in der mandschurischen Provinz Schöngking; Yingkou hat etwa 52000 Einw. und ist seit 1858 dem Fremdhandel geöffnet, aber nur für kleinere Seeschiffe erreichbar.


Landungsbrücken für Seeschiffe bei der europäischen Niederlassung am l. Ufer. Der Bahnhof der chinesischen Nordbahn liegt am r. Ufer, der Bahnhof der südmandschurischen Bahn (die 30 km östl. bei Tashihchiao in die Hauptlinie Charbin-Mukden-Port Arthur [S. [326]] mündet) am l. Ufer. Russisch-Asiatische Bank; Yokohama Specie Bank (Korrespondent der Berliner Disconto-Gesellschaft), beide Korrespondenten der Deutschen Bank.—Deutsches Konsulat (Vizekonsul J. Jaspersen).— Dampfer der Nippon Yusen Kaisha nach Taku, Tschifu, Tschimulpo, Nagasaki, Moji etc.; China Merchants-Dampfer nach Taku, Tschifu und Schanghai wöchentlich Agenten des Norddeutschen Lloyd: Bandinel & Co. —Der Liaofluß ist für Flußfahrzeuge bis nach Mukden schiffbar. An ihm liegt 48 km stromaufwärts die alte Chinesenstadt Niutschwang (Ying-tse-kou), mit bedeutendem Handel.

Die Hauptbahn läuft von Koupangtze südwestl. weiter über Kintschou (Chinchowfu, vgl. S. [318]) und Ningjuen durch die schmale, zwischen der Nordwestseite des Golfs von Liaotung und dem Gebirge sich entlangziehende hügelige Küstenebene (Liaohsi), die als einzige bequeme Verbindung zwischen der Mandschurei und der Großen Ebene eine wichtige Rolle in der Geschichte Chinas gespielt hat (vgl. unten).

(261 M) Schanhaikuan (Railway Hotel), nahe am Meer, stark befestigte, 1368 erbaute chinesische Grenzstadt; hier beginnt die große Chinesische Mauer (S. [296]) und steigt in malerischen Zickzacklinien, mit Wachttürmen besetzt, auf die Kämme der Hügelketten im Hinterlande; Höhe der Mauer etwa 10 m, Breite oben 8 m und mehr. Die ebenfalls ummauerte Stadt liegt westl., also innerhalb der Großen Mauer. Einen bessern Schutz bieten jetzt fünf moderne Forts. Der Bahnhof liegt vor dem Südtore der Stadt und etwa 4 km vom Meer.

Mehrfach sind Völkerstämme, aus Norden und Nordosten stammend, in der Liaoebene zeitweise seßhaft geworden, dort erstarkt und später durch Liaohsi nach China vorgedrungen. So eroberte um 900 n. Chr. der Stamm der Kitan, tungusischer Herkunft, Nordchina und begründete dort die von 905-1125 regierende Liaodynastie, der bis 1234 die stammverwandte Kin-Dynastie folgte. Die später in China zur Herrschaft gelangten Mongolenkaiser suchten daher die schmalste Stelle von Lioahsi durch eine das Ostende der Großen Mauer bildende Befestigungsanlage, das »Große Tor« (Schanhaikuan) gegen weitere Einfälle vom Liaotale her zu schützen. Trotzdem wurde Liaohsi noch einmal die Einfallspforte für fremde Eroberer, nämlich für den jetzt noch in China herrschenden tungusischen Stamm der Mandschu, die 1584 ins Liaotal kamen, 1616 Mukden und 1644 an Stelle von Mukden Peking zu ihrer Hauptstadt machen konnten.