Ikao-Haruna.
Tüchtige Felskletterer können mit zuverlässigem Führer (aus Myōgi) und Strohsandalen nebst Bergstock zu dem an langer Stange befestigten Buchstaben (chines. dai = groß), der wie A aussieht, hinaufklettern, der auf dem Bergzacken Haku-un-zan (Gipfel Myōgi Jinja Chōjō genannt) aus Bambusstangen aufgerichtet ist. Die Kletterei ist gefährlich und ohne Anseilen nicht anzuraten; man braucht gut 21/2 St. bis zum Gipfel und muß lange Strecken von Baum zu Baum hochklettern; zuletzt ist ein enger Kamin zu überwinden. Auf der Haku-un-zan-Spitze prachtvolle *Aussicht über Berge und Wälder des Myōgi-san bis nach Haruna. Der Abstieg ist schwieriger als der Aufstieg.—Weniger gefährlich ist der Aufstieg zum Daikoku-san, 21/2 St. von Myōgi (Führer nötig), und zum Kinkei-san, ungefährlich, erst 1 St. eben nach dem Dorfe Sugawara, dann 11/2 St. steiler Aufstieg.
Rückweg von Myōgi nach Matsuida, von da mit der Bahn über (6 km) Yokokawa nach (19 km) Karuizawa (Mikaza Hotel, Karuizawa Hotel, Mampei Hotel, Auston Hotel, sämtl. Pens. 3-9 Yen), Dorf und beliebte Sommerfrische für Europäer aus Yokohama und Tōkyō auf einer Hochebene 1150 m ü. M.; im Sommer Klubs, Konzerte, Bälle. Von hier sehr lohnende, aber anstrengende Besteigung des höchsten aktiven japanischen Vulkans, des *Asama-yama (Führer erforderlich); man reitet in 21/2 St. (Pferd mit europ. Sattel 3 Yen) zum Fuße (18 km); in Oiwake, etwa 10 km unter dem Krater, ist im Sommer Unterkunftsstation im Betrieb; das Donnern des Lavastroms wird als großartig geschildert. Zurück mit der Bahn über (25 km) Takasaki (Gasthof am Bahnhof), eine blühende Gewerbestadt am Karasugawa, alter Daimyōsitz, und (96 km) Ōmiya (S. [403]) nach (125 km) Tōkyō (S. [393]) und von da zurück nach Yokohama (S. [388]).
18. Von Yokohama über Honolulu nach San Francisco.
Dampfer der Pacific Mail Steamship Co. in San Francisco und der Toyo Kisen Kaisha in Yokohama, Generalagent in Hamburg: Rud. Falck, Amerikahaus, abwechselnd etwa alle 7-10 Tage von Yokohama in etwa 10 Tagen nach (3400 Seem.) Honolulu und von da nach 12-24 St. Aufenthalt in etwa 6 Tagen nach (2100 Seem.) San Francisco; Gesamtweg 5500 Seem. Fahrpreis von Yokohama (oder von Manila, Hongkong, Schanghai, Nagasaki und Kobe) nach London, Liverpool oder Southampton I. Kl. £ 71,10; Rückfahrkarte I. Kl. für 6 Monate £ 120, für 2 Jahre £ 125.
Die in Japan gemachten Einkäufe schicke man direkt nach Europa, da deren Einführung in Amerika hoher, rigoroser Besteuerung unterliegt.
Der Stille Ozean (Pacific) hat seinen Namen 1521 von Ferd. Magalhães erhalten, der ihn vom Feuerland bis zu den Philippinen in etwa 100 Tagen durchquerte, ohne stürmisches Wetter zu erleben. Schon 1513 hatte Bilbao ihn die Südsee genannt, ein Name, der noch jetzt für den südlicheren inselreichen Teil des Ozeans bei den Seefahrern allgemein üblich ist. Der Stille Ozean ist das größte Weltmeer; er bedeckt fast ein Drittel der Erdoberfläche. Seine größte bisher aufgefundene Tiefe von 9636 m liegt sw. der Marianen. Zwischen Japan und dem gegenüberliegenden Teil Nordamerikas beträgt die Meerestiefe im allgemeinen 5000-5500 m, bei der Annäherung an Nordamerika sinkt sie etwas, östl. der japanischen Inseln erreicht sie dagegen im »Kurilengraben« auf große Strecken mehr als 6000 m. Unter den Winden, die über dem Stillen Ozean wehen, ist der wichtigste der Nordostpassat, dessen Nordgrenze im Sommer etwa unter 33°, im Winter unter 25° nördl. Breite liegt. Die Passatwinde (engl. trade-winds; der Name Passat kommt vom span. passata = Überfahrt) wehen in den Meeren zu beiden Seiten des Äquators gegen die Zone der stärksten Erhitzung hin; dort steigt die erwärmte Luft auf und von beiden Seiten wird beständig Luft zum Ersatz herangesaugt, so daß zwei Zonen sehr gleichmäßig gegen den (thermischen) Äquator wehenden Windes vorhanden sind. Die Passatluftströmung wird aber durch die Erddrehung abgelenkt und tritt daher auf der Nordhalbkugel nicht als reiner Nordwind, sondern als NO.-Wind auf. Da die Zone der größten Erwärmung mit dem Sonnenstande wandert, so verschiebt sich auch die Zone des Passats vom Nordsommer zum Nordwinter südwärts. Innerhalb der Passatzone weht ein zuweilen recht kräftiger, aber stetiger Wind, der der Schiffahrt, auch der Dampfschiffahrt, natürlich viel willkommener ist als die unregelmäßigen Windverhältnisse der weiter nördlicher liegenden Zone mit ihren wandernden Luftdruckwirbeln und den diese begleitenden Stürmen. So ist es erklärlich, daß die direkte Strecke von San Francisco nach Yokohama, die, 4530 Seem. lang, im größten Kreise den Ozean überschreitet und ostwärts nur etwa 14 Tage, westwärts (wegen östl. Stromversetzung durch den Kuro Siwo, s. unten) 17 Tage beanspruchen würde, von den Dampferlinien gemieden wird; denn sie erreicht unter 170° westl. Länge eine höchste Breite von 48° (nur 300 Seem. südl. der Alëuten) und führt durchweg durch das meist windige, häufig stürmische Gebiet außerhalb der Passatgrenze. Dagegen macht der Seeweg über Honolulu zwar einen Umweg nach S. zu, erreicht aber im Sommer schon in etwa 145° östl. L. die Zone des NO.-Passats und verbleibt in ihr bis etwa 130° westl. L.; im Winter, in dem die Nordgrenze des Passats südlicher liegt, hat man zwar auf dem ersten Drittel des Wegs von Yokohama nach Honolulu mit stürmischen Westwinden zu rechnen, kommt aber weiterhin meist durch ruhige und vor allem auch warme Gebiete, so daß der Weg über Honolulu in jeder Jahreszeit empfehlenswert ist.