In dem Fahrweg, der nach r. führt, wächst die Amherstia nobilis mit roten Blütenzweigen und großen, flachen Schoten, ferner die Saracca mit gelbem Blütenbüschel; in der Nähe Pithecolobium und ein sehr großer Schattenbaum, Schizolobium excelsum. L. vom Wege stehen Farngruppen und ein Baum mit auffällig runder Krone, Xanthophyllum vitellinum (eine Polygalee); auch die schraubenförmig gewachsenen Pandanus-Arten sind sehr bemerkenswert. In der Nähe, unter den Zykadeen, ist eine große Orchideenkultur unter schattenspendenden Bäumen, der Plumeria acutifolia, der auf javanischen Kirchhöfen vielfach angepflanzt ist.— In der prächtigen Palmensammlung r. vom Seitenfahrwege fällt an einer Wegecke die ungewöhnlich hohe und schlanke Niboeng-Palme (Oncosperma filamentosa) auf, und weiterhin die rote Pinang (Cyrtostachys Rendah), dann die stachlige Zalacca, die aufrechtwachsende Königspalme (Oreodoxa) aus Brasilien, verschiedene Phoenix-Arten, darunter die Dattelpalme (Ph. dactylifera), viele Varietäten von Kokospalmen (Cocos nucifera), die Ölpalme (Elaeis Guinensis), Sagopalmen (Metroxylon) und die berühmte Coco-de-mer (Lodoicea Sechellarum) mit riesigen Wedeln und eigenartigen großen schwarzen Früchten. Von den Palmen l. stehen tropische Nadelbäume, Araukarien, Damara-Arten mit breiten blattartigen Wedeln u. a.—Im untern Garten, am Tjiliwong-Flusse, wachsen Mangroven (Rhizophorae), in der SO.-Ecke die Sonneratia acida, ein Sumpfriesenbaum, wie die Mangroven, mit Luftwurzeln, und der ägyptische Papyros (Cyperus papyrus).—Weiterhin am Fluß, nahe dem Badeplatz des Generalgouverneurs, stehen Myrtazeen, darunter Gewürznelkenbäume, Djamboes und Eukalyptus; gegenüber die Lontarpalme, der Eisenholzbaum und Ficus-Arten.—Am Nordende des Gartens findet man den Advokaatbaum, verschiedene Zimtbaumarten, Kroton-und Cearagummibäume, dazwischen Kassavasträucher (Manihot utilissima, »Mandiok«); in der Nähe Eisenholzbäume, der Paranußbaum (Bertholletia excelsa), blühende Barringtonia, Sandelholzbäume und verschiedene zu den Anonazeen gehörende indische Fruchtbäume sowie süßduftende Magnoliazeen. Gleichzeitig Blüten und Früchte trägt der Stelechocarpus Burahol; schönen Duft verbreitet die Myristica Horsfieldii. Zwischen den Diospyros-Arten (Ebenholzbaum, Kaki-Fruchtbaum, Styrax Benzoin und Gutta percha) und giftigen Apocyneen sieht man nahe dem Palast des Generalgouverneurs die Kigelia pinnata (mit wurstförmigen, etwa 40 cm langen und 10 cm dicken Früchten) und in einem Teich, am Nordende der alten Allee, die riesige Victoria regia, am Ufer die zierliche Urostigma Rumphii. Zwischen Sapindus Rarak (Frucht als Seife verwendbar) und andern Sapindazeen, wie das Filicium decipiens aus Ceylon, die amerikanische Cecropia; in der Nähe ein kleiner Teich mit Nymphäen, beschattet von einer riesigen Ficus elastica (mit Luftwurzeln). In der Nähe Mahagonibäume, ein Urostigma giganteum und der Cocabaum (Erythroxylon Coca).—Am untern Ende der großen Allee steht ein Baum mit Früchten wie Wachskerzen (Parmentiera cerifera).—Am Ende des großen Teiches mit schönen Lotosblumen steht der sogenannte »Baum der Reisenden«, die imposante Musazee Ravenala Madagascariensis.—Eine prächtige Livingstonia-Palmenallee führt zum Rosengarten, wo ein Denkmal Teysmanns steht. In der Nähe Rohrarten und der giftige Upasbaum nahe dem Orchideenhause; dort findet man außer zauberhaften Orchideen auch Passifloren, Maranten, Calatheen, Bromeliazeen, Dieffenbachia-und Anthurium-Arten. —(Haeckel, Haberlandt, Giesenhagen u. a. haben den Botanischen Garten ausführlich beschrieben.)
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Ausflug nach Gadok, etwa 12 km von Buitenzorg, zu Wagen auf guter Landstraße, vorbei an malerischen malaiischen Dörfern (Kampongs) über Batoe-Toelis (Inschriftenstein) mit schönem Ausblick auf die Umgegend.
Ausflug nach Sindanglaja (S. [202]), etwa 30 km von Buitenzorg, mit Wagen soll lohnend sein.

Von Buitenzorg durch die Preanger-Regentschaften nach Soerabaja.

Eisenbahn (vgl. S. [196]) von Batavia (Weltevreden) nach Soerabaja I. Kl. 39,25, II. Kl. 25 Fl.—Touristenkarte: Batavia-Soerabaja-Pasoeroean-Soerabaja (60 Tage gültig) I. Kl. 55,35 Fl.—Rundreisekarten: Batavia-Djokjakarta-Batavia (30 Tage gültig) I. Kl. 60,95 Fl.; Batavia-Garoet-Batavia (30 Tage gültig) I. Kl. 28,20 Fl.— Speisewagen in den Zügen zwischen Batavia und Soerabaja sowie im Java-Expreß Bandeng-Soerabaja; Mahlzeiten 1,50 Fl.—Da nachts keine Züge fahren, dauert die Reise bis zum Ostende der Insel 3 Tage. Man kaufe den neuesten Fahrplan.

Die Javanische Staatseisenbahn (von Buitenzorg ab) »Staatsspoor« (S. S.), die Java in der ganzen Länge durchzieht, läuft von Buitenzorg durch Hügelland über Brücken und Viadukte erst nach S., übersteigt den Paß zwischen dem Sálak-Vulkan (2215 m) und dem dreigipfeligen Gedeh-Vulkan (3023 m), wendet sich dann nach O., durchläuft Kaffee-und Teepflanzungen und Wälder mit schönem Blick auf die südlichen Vorberge (r. sitzen!) und erreicht nach 4 St. Fahrt

(60 km) Soekaboemi (d. h. Entzücken der Welt), 650 m ü. M. (Hotel Sela Batoe, mit Schwimmbad, Familienpavillons, Billardsaal, *Aussicht auf Baros und den Gedeh, 28 Z., F. 1, Lunch 1,50, Dîn. 2,50, Pens. 6 Fl., gelobt; Viktoria Hotel [deutscher Besitzer Lenné], in Park mit Einzelvillen, Pens. 6 Fl.; Wagen am Bahnhof). Der entzückende, als Erholungsaufenthalt beliebte Ort, zu längerm Aufenthalt geeignet, mit Rivieraklima, liegt in den Preanger-Regentschaften, der größten, reichsten und landschaftlich reizvollsten Residentschaft Javas, mit etwa 21000 qkm und 2 Mill. Einw.; Männer und Frauen haben auffallend schöne Körperformen. Das Javanische Märchentheater (vgl. S. [192]) ist sehenswert. In der Nähe (10 Min.) das gute Hotel und Sanatorium Sela Batoe (1700 m).—Ausflüge mit Wagen (3-6 Fl.) nach dem Kratersee *Sitoe Goenoeng (1300 m); zum Wasserfall Tjibeureum von 130 m Höhe; zur Barosbrücke (Aussicht); zum schmucken Javanendorf Tjisaët u. a.

Die Bahn führt weiter durch einen Tunnel und über eine kleine Schlucht nach (100 km) Tjiandjoer (579 m; guter Gasthof), unbedeutendem Ort in einem heißen Talkessel voller Reisfelder; Fortsetzung der Bahn s. unten.—Von hier fährt man, ohne sich aufzuhalten, mit Sádo (4-5 Fl.) oder Wagen (11 Fl.) auf prachtvollem Bergweg nach *Sindanglaja (1074 m; Hotel Sindanglaja, in herrlicher Lage, Pens. 6 Fl., vorzüglich, Arzt), einer ausgezeichneten Sommerfrische. In der schönen Umgebung liegt das (20 Min.) Sommerschloß Tjipanas des Generalgouverneurs; nahebei heiße Quellen zum Baden. Vom Poentjak, dem höchsten Punkte der Landstraße nach Buitenzorg, hat man schöne *Aussicht über das Preangerland; schöner Ruheplatz etwas weiterhin am Telaga Warna (d. h. Farbe wechselnder See, 200 m Tiefe).

Ausflüge. Die Umgegend bietet Gelegenheit zu schönen Ausflügen: nach Kandang-Badaq (d. h. Nashorns Lust), eine Schutzhütte mit Ausblick in den Bergen, 2392 m ü. M., in 21/2 St. zu erreichen, mit Pony und Kulis als Führer und Wegbahner durchs Dickicht; von da in 11/2 St. auf den Gipfel des Vulkans Pangerango (Mandalawangi, 3022 m) oder auf den gefährlichern Kraterrand des Gedeh (2962 m), zu dessen Besteigung man bei Vollmond abds. von Sindanglaja aufbreche, um bei Sonnenaufgang oben anzukommen; großartige *Aussicht und seltsam geformter, riesiger Krater von 250 m Tiefe und 700 m Breite.