Vielleicht schwebte seiner Phantasie hier unbewußt die Gruppe des Sabinerinnenraubs von Giovanni da Bologna in der Loggia zu Florenz vor: ein sich stemmender heldenhafter Jüngling, der ein junges Weib hoch trägt ganz wie Hermann hier die über ihm hochschwebende Dorothea. Beide am Brunnen sitzend, neben einander herschreitend, am Baumstamm ruhend —lauter Momente für eine Marmorgruppe. An Meyer schreibt er, die höchste Instanz, vor der das Gedicht gerichtet werden könne, sei die, vor welche der Menschenmaler seine Kompositionen bringt; und an Schiller, er habe die Vorteile, deren er sich in Hermann und Dorothea bediente, alle von der bildenden Kunst gelernt. In der That gibt es kein neueres Gedicht, dem die klare stille Kunst der Plastik verwandter und dessen Phantasiegebilde leichter in sichtbare Marmorgestalten zu verwandeln wären.


Sitten und Lebenssphäre.

Schon oben ist von dem epischen Gedicht gesagt, daß es das Leben in seiner ganzen Breite vor uns aufrollt, mit freundlicher Anerkennung dem Kleinsten wie dem Größten eine Stelle in dem Gemälde gewährt und den Menschen als sinnlich-geistige Totalität im konkreten Zusammenhang mit der ganzen ihn umgebenden Welt der Dinge in den poetischen Spiegel aufnimmt. Nun hat aber eben unser Leben eine Gestalt, wie sie dem Dichter und Künstler nicht zusagt, sei es infolge der Zivilisation oder infolge des düstern Klimas, welches ein schönes Gleichgewicht menschlicher Entwicklung nicht begünstigt. Das Sinnliche ist bei uns zurückgedrängt, die frische Energie der Existenz, die in schönen und kräftigen Formen nach außen tritt, ist bei uns gebrochen. Der Maler sträubt sich gegen unsre Kleidertracht als phantasielos: er flieht mit seinen Darstellungen in frühere Jahrhunderte oder in einsame Gebirgsthäler oder in den Orient und sucht dort kleidsame farbige Gewänder, malerische Formen und Schnitte, prächtigen Schmuck, Adel und Einfalt der Erscheinung. Wie weit haben sich bei uns die Formen des Umgangs von jener naiven Ursprünglichkeit entfernt, mit der der Mensch die ganze Macht seiner innern Leidenschaft und Gesinnung in sein äußeres Benehmen, in den Ausdruck des Gesichts, in Gang, Haltung und Wort hineinlegte! In unsrer Geselligkeit darf weder der Zorn und Haß, noch die Freude und Liebe rein hervorbrechen und sich energisch in der sinnlichen Erscheinung malen. Nirgends versetzen wir in unser äußeres Thun den vollen Inhalt eines ungebrochenen Herzens, wir achten im Gegenteil unser Naturdasein gering und schätzen den Menschen nur nach dem Maß seiner geistigen Thätigkeit.

Im homerischen Zeitalter stehen die Helden noch im engen Verkehr mit der äußern Natur: bei ihnen verschmelzen das Sittliche und Physische zum Bilde einer totalen und in sich einigen Menschennatur. Wie ganz anders bei uns! Wir beteiligen uns an den sinnlichen Geschäften nur halb oder gar nicht mehr. Schon hört bei uns das Handwerk allmählich auf, wo der Mensch mit gemütlichem Anteil in ein bestimmtes Werk seiner Hände sich vertieft: es verwandelt sich in Fabrik- und Maschinenarbeit, die ihr Produkt gleichgültig und uniform zu Tage wirft. Wo sonst ein Herold in bunter Tracht mit silberner Trompete den Krieg ankündigte, da wird jetzt ein Manifest geschrieben. Krieg und Schlacht sind mechanisch geworden, eine halb mathematische Wissenschaft, die mit Truppenlinien, mit Carrés, mit Stoß und Gegenstoß massenhaft operiert; es kann der Sieg gewonnen, die Schlacht verloren sein, ohne daß der einzelne Krieger etwas davon gewahr geworden. Die Erfindung des Schießpulvers hat wie die des Geldes, welche letztere erst in unsrem Jahrhundert zu ihren Konsequenzen gekommen, das volle einzelne Leben in Abstraktionen aufgelöst. Statt der naiven Rechtsverhandlungen unter offnem Himmel, wo der geehrte Sinn der Handlung in zahlreichen symbolischen Formen hervortrat, werden jetzt zwischen düstern Mauern Aktenstöße zusammengeschrieben und Paragraphen zitiert. Die Staaten befehden sich durch Noten und Schriften; wo der Mensch sonst mit Mund und Auge, mit Wort und That hervortrat, da wird jetzt in geheimen Staatskabinetten geschrieben; geschrieben wird überall, in Büreaus, in Amtsstuben, in Kanzleien; dem lauten bunten Leben tritt die Polizeiregel, der freien Individualität die mechanisierte hierarchische Verwaltung entgegen. Schreiben und Lesen ist bei uns an die Stelle von allem getreten. Und doch ist der Mensch, wie Goethe selbst sagt, eigentlich nur berufen in der Gegenwart durch seine Persönlichkeit zu wirken; Schreiben ist ein Mißbrauch der Sprache, stille für sich Lesen ein trauriges Surrogat der Rede. Unsre Sinne, nicht mehr im Kampf mit den Elementen geübt, sind stumpf und blöde geworden; jede eigensinnige Individualität, d. h. jede Durchdringung ganz eigentümlicher Umstände und Bedingungen, die in dieser Art nie wiederkehren kann, ist in negativen allgemeinen Richtungen untergegangen. Nivelliert sind auch unsre Städte, in denen man das Haus nach der Nummer, in Amerika, diesem Lande moderner Prosa, sogar die Straße nach der Nummer aufsucht; nivelliert ist das Land, wo regelmäßige Grenzen einen Acker von dem andern sondern und die Naturfreiheit der Landschaft immer weiter vor der verfolgenden Bodenkultur zurückweicht. Der wechselnde Pfad, der den Reiter unter Gefahren und Mühseligkeiten durch Wälder, durch Ströme und über Berge führte, er ist zur geraden und öden Chaussee geworden, diese zur noch abstrakteren Eisenbahn. Der Tag des Städters wird von dem Amt, von der Gewohnheit prosaisch und pünktlich geregelt; der Landmann blickt nicht mehr nach der Sonne, um sich die Tageszeit anschaulich-sinnlich vom Himmel zu holen; er hat eine Uhr, ein mechanisches Werkzeug dazu. Die Maschine dringt auch immer mehr in den Ackerbau: Sähmaschinen, Dreschmaschinen, selbst Pflugmaschinen ersetzen die lebendige Hand; wenn der Ackerbauer sonst mit kundigem Blick den Horizont übersah, um das kommende Wetter zu erraten, wenn ihm dabei poetisch-abergläubische Traditionen, gereimte Sprüche behilflich waren, so hat er jetzt ein Barometer an der Wand hängen, wenn nicht gar ein Hygrometer. Ein unfruchtbarer Acker wurde sonst als vom Teufel verdorben, vom bösen Blick gestochen unter geheimnisvollen Gebräuchen exorzisiert und neugeweiht; jetzt wird ein Lehrbuch der Agrikulturalchemie aufgeschlagen und der Boden entmischt und gemischt. Die seltsamen bunten mannigfaltigen Tauf-, Hochzeits- und Beerdigungsgebräuche unsrer Ahnen sind nur noch in schwachen Spuren übriggeblieben; der Volkstanz, sonst voll Charakter und unmittelbarer Energie, ist allmählich zu dem bleichen Schatten unsrer Gesellschaftstänze geworden, wo von schöner Darstellung nicht mehr die Rede sein kann und die, je feiner die Gesellschaft ist, desto ängstlicher als bloße abstrakte Formen aufrecht erhalten werden; der Ausdruck gerade wird bei ihnen gemieden, die zu starke Erhitzung gilt für unanständig. So ist unser ganzes Leben aus einem blühenden naiven Naturdasein zu einem abstrakten, ohnmächtig reflektierten, von einigen allgemeinen Formeln umschlossenen geworden. Fern sei der Gedanke diese Losreißung von dem natürlichen Pflanzenleben zu verurteilen; Abstraktion ist gegen Unmittelbarkeit die höhere Stufe und unser allzu geistiges Dasein muß zu einer zweiten Natur, zum Ziel schöner Sittlichkeit führen; so wie unsre Sitten aber jetzt sind, müssen sie den Dichter und Künstler anwidern, vor der ästhetischen Betrachtung sind sie verworfen. In welchem traurigen Dilemma befindet sich der Bildhauer, der einen heutigen Helden als Statue zu bilden hat: abgesehen davon, daß Heldengröße heutzutage nicht durch Kraft und Anmut des Leibes, sondern auf Kosten derselben erreicht wird, die Skulptur also an dem zu verherrlichenden Manne eigentlich nichts darzustellen findet, so muß der Künstler entweder das abstrakt idealisierende Kostüm, z. B. die antike Toga, wo alle Wahrheit aufgeopfert wird, oder den modernen Frack und die Militäruniform wählen, wo alle plastische Schönheit ausgeschlossen ist. Einen Mann wie Napoleon konnte der Erzgießer in seinem Ueberrock und seinem dreieckigen Hute auf die Vendômesäule stellen: der Held hatte sich so der Völkerphantasie auf immer eingeprägt und von historischer Macht ergriffen hat der Sinn beim Anschauen des Bildes gleichsam nicht Zeit auf die Linie der Schönheit zu achten. Im übrigen ist die Bildnerei beschränkt auf mythologische Figuren und Gruppen, überhaupt auf Gegenstände, die unserm Sinn und Leben fernliegen. Wie sie das Nackte bei uns schmerzlich vermißt, denn wir verhüllen alles, wie sie unsern gebrechlichen verunstalteten Körper überhaupt verschmäht, so sucht die Malerei bei uns vergebens nach Repräsentation, nach augenfälligen Szenen, Handlungen und Momenten. Der epische Dichter, um auf diesen zurückzukommen, befindet sich in gleicher Verlegenheit wie die bildende Kunst; er soll eine Welt poetisch schildern, die sich der poetischen Darstellung auf allen Punkten entzieht, die sich gar nicht fassen läßt, da sie das Sinnliche abgestreift oder, wo sie es nicht aufgeben konnte, wenigstens so viel als möglich ins Dunkel verwiesen hat.

Unter solchen Umständen griff Goethe mit glücklichem Takt nach derjenigen Schicht der Gesellschaft, die der Einfalt der Natur in Worten und Werken noch nahe stand, ohne mit dumpfem Blödsinn gegen die Weite der Welt und des Lebens verschlossen zu sein. Es ist eine Bürgerfamilie, die zugleich das schöne uralte heilige patriarchalische Geschäft des Ackerbaues treibt. Dadurch ist sie mit der lebendigen Natur in beständiger Berührung; Wolken und Winde, Regen und Sonne, der stille Wechsel der Jahreszeiten ist ihr wichtig; körperliche Arbeit wird von ihr gefordert; ihre Mühen wie ihre Erholungen sind sinnlicher Art. Hermanns Vater ist kein bleicher, blöder Gelehrter, dem es hinter der Oellampe gleichgültig ist, ob es in der übrigen freien Welt regnet oder schneit; er sitzt vor seiner Thür und zum Himmel schauend spricht er: Schönes Erntewetter morgen! Hermann, der Sohn, schirrt die Pferde selbst, legt ihnen das Gebiß an, zieht die Riemen durch die Schnallen, befestigt die Zügel, führt die so geschirrten Tiere auf den Hof, auf den unterdes der Knecht die Kutsche schon hinausgeschoben, setzt sich auf den Bock, bändigt die Hengste, schwingt die Peitsche und fährt bergan und bergunter. Er ist es, der arbeitend und anordnend auf den Feldern waltet; am Erntetag, wo gewiß die ganze Familie Hand anlegt, wird dann auch das ländliche Mahl im Schatten des Baumes gehalten, ganz wie auf dem Schilde des Achilles, während die Schnitter die goldnen Halme sicheln und zusammenbinden, die Herolde unter der Eiche das schöne Mahl bereiten und körbetragende Frauen ihnen dabei zur Hand gehen. Hermann sagt von sich selbst:

Und ich verstehe wohl gut die weltlichen Dinge zu sondern,
Auch hat die Arbeit den Arm und die Füße mächtig gestärket.

Auch sein Blick ist scharf: auf seiner ersten Fahrt fällt ihm sogleich ein Wagen, von tüchtigen Bäumen gefügt, ins Auge; zwei gewaltige Ochsen schreiten ihn ziehend daher, die er sogleich als ausländische erkennt. Auch Dorothea ist ein Mädchen voll frischer bäuerlicher Lebenskraft: sie ist keine ätherisch-sentimentale Stubenblume, trägt kein Korsett, ist in keiner Pension erzogen und liest keine blumigen Novellen aus Almanachen mit goldnem Schnitt, keine vergoldeten Gedichte von Theodor Körner oder Emanuel Geibel. Der Richter rühmt von ihr, sie sei rüstig geboren und ebenso gut als stark; Hermann selbst vergißt neben dem Verstande, der sich in ihren Worten zeigt, unter ihren Eigenschaften nicht die frohe Gewandtheit, die Stärke des Arms, die volle Gesundheit der Glieder. Phantasielose Rezensenten der alten Schule fanden es bei Erscheinen des Gedichts zu niedrig, daß Dorothea die Ochsen treibt, Wasser holt, sich als Magd verdingt. Aber gerade dies Bild Dorotheens neben den Ochsen mit dem Stabe ist wie das der Wasserschöpfenden von rührender homerischer Einfalt und Menschlichkeit. Der Ochse und die Kuh sind seit der ersten Gesittung des Menschengeschlechts in das Leben und die Sitten desselben verflochten, es sind heilige Tiere wie das Roß, sie sind poetisch wie der Pflug; sie dienen dem Menschen in geruhiger Würde, ganz Nahrung und Gedeihen ausdrückend. Gern verweilt die Phantasie an ihnen gleichwie an Szenen aus der kindlichen Zeit primitiver Menschengeschlechter, gern stellte auch die bildende Kunst den Menschen neben sie und statt Niedrigkeit finden wir Adel in jener Gruppe Dorotheens und Hermanns auf der Landstraße. Auch Dorotheens bäuerliche Tracht ist noch so bunt sinnlich, daß sie Stück für Stück an zwei Stellen des Gedichts vom Dichter beschrieben, daß das Mädchen auf ganz episch primitive Weise nach ihr erkannt und beurteilt werden konnte. Bei alle dem sind es nicht bloße Bauern, die wir vor uns haben; sie sind nicht wie diese stumpfsinnig auf das nächste sinnliche Dasein gerichtet. Das städtische Bürgertum, dem sie zugleich angehören, die Wohlhabenheit, in der sie leben, hat ihre freiere geistige und sittliche Entwicklung begünstigt. Hermanns Vater ist kein roher Dorfbauer, er ist zugleich Gastwirt, dadurch mit den verschiedensten Menschen in Berührung gekommen, in den Stand der Reflexion übergetreten und eine Art Weltmann im kleinen geworden. Auch bei den übrigen Personen finden wir auf ganz homerische Weise die Einfalt der Lebensgewohnheiten und kindlich-sinnliche Beschränktheit der Lebenssphäre mit echt menschlicher Zartheit der Empfindung und gesunder Einsicht in die allgemeinen Verhältnisse gepaart. Jene Wohlhabenheit, die so günstig wirkt, wird dennoch nur durch Arbeit erhalten, wie sie nur durch Arbeit gewonnen worden; und diese Arbeit ist wiederum nicht die des armen Knechtes, des gedrückten Hörigen und an gemeine Dienstverrichtungen gefesselten Proletariers; sie macht darum nicht roh und unflätig wie in dem einen, nicht unterwürfig und gehorsam wie in dem andern Falle. Der fleißige Hermann hat dennoch noch einen Knecht, der ihm zur Hand geht. So gewann der Dichter gerade bei solcher Lebensstellung seiner Personen die nötige Naturlebendigkeit, indem er zugleich eine reiche Welt innerlicher sittlicher Motive vor uns aufthun konnte. Wir sammeln im Folgenden die einzelnen Züge, die das Bild dieser bürgerlich-ländlichen Sphäre der Sitten vervollständigen.

Hermanns Vater hat auf der Brandstätte beider Häuser die Mutter zur Gattin gewählt; der Brand aber war vor zwanzig Jahren geschehen; Hermann selbst wird also nicht mehr als achtzehn oder neunzehn Jahre zählen. Dennoch ist er längst von den Eltern getrieben worden, sich eine Braut zu wählen und ihm selbst ist das Leben öde und einsam erschienen, weil er der Gattin entbehrte: alles dies schon im achtzehnten bis neunzehnten Jahre. So ist hier also die schöne Naturordnung noch ungeirrt, nach welcher der Jüngling, wenn er zeugungsfähig geworden, mit dem Weibe sich verbindet und jetzt erst das sittlich erfüllte Leben, derjenige Abschnitt desselben beginnt, zu dem alles Vorhergehende nur Vorbereitung ist. In der Zivilisation unsrer großen Städte heiratet der Mann meistens dann, wenn er abgelebt ist und nach erschöpftem Genuß sich ein häusliches Asyl schaffen will; die Ehe ist das Hospital für den im Kriegsdienst des Lebens Aufgeriebenen und Ermüdeten. In frischen Jahren fehlt in der Regel das ernährende Amt oder die einseitig geistige Ausbildung ist noch nicht vollendet oder das Freiheitsgefühl hindert den Jüngling bei unsrer Form der Ehe sich auf ewig zu binden. Die Idee der Familie kommt dabei nur verkümmert zur Wirklichkeit; wie selten ist jener so rührend patriarchalische Kreis, wo um das würdige weiße Haupt des Ahnherren die Kinder, die Enkel, die Schwiegersöhne und Schwiegertöchter, die homerischen γαλόῳ καὶ εἰνάτερες εὔπεπλοι mit ihren Abkömmlingen sich gruppieren und seine segnende welke Hand küssen, wo der Großvater noch rüstig sich regt und neben ihm mit Höfen und Aeckern der Sohn, der Enkel sich angebaut hat. Auch Hermanns Mutter war nach ihrer eigenen Erzählung fast noch ein Kind, da der Vater sie zur Braut wählte, so daß wir wohl hoffen dürfen, sie werde noch als Großmutter, ja als Aeltermutter in der Mitte des jüngeren Geschlechts sich einer erneuten Jugend freuen. Gegenüber der abgeschmackten Gefühlsromantik unsrer Schauspiele und Romane, die gerade dort alles Interesse erschöpft glauben, wo der eigentliche Inhalt des Lebens erst recht beginnt, gehört auch dies zu der Lauterkeit homerischer Empfindungsweise, die uns aus dem ganzen Gedicht so wohlthuend anweht.

Auch der folgende echtbürgerliche, auf Hervorwachsen einer Familie aus der andern bezügliche Zug fehlt in dem Gedichte nicht. Die Eltern bereiten der Tochter schon frühe eine Art Aussteuer: die Mutter sammelt ihr manche Jahre hindurch Leinwand im Kasten, zu der sie das Garn ohne Zweifel selbst gesponnen hat, die Taufpaten verehren ihr Silbergerät und der Vater legt im Pult die seltene Goldmünze für sie zur Seite.