Alle späteren Drucke stammen wol aus einer andern handschriftlichen Recension, welche D sehr nahe stand: das beweist für die mir näher bekannten schon die Uebereinstimmung des Titels, sowie dass überall der Text beginnt Grimmer (nicht Grimmiger), dass hinter freisamer das Wort morder fehlt, und anstatt unsælden merunge es nun heisst unselige m.
Nur aus Beschreibungen kenne ich
c: s. M. Jos. v. Rieder in (Jäck und Heller) Beiträge zur Kunst- und Literaturgeschichte, I. und II. Heft. Nürnberg 1822 S. CXXI-CXXVIII. Das Exemplar, damals im Besitze Jos. Hellers, hatte 24 Bl. 4o in 3 Lagen, die beiden ersten zu 10, die 3. zu 4 Bl. Auf voller Seite standen 28 Zeilen Text. Auf der ersten Seite stand der Titel:
HIe nach volgend ettliche zů mole kluoger und subtiler rede wissend Wie einer was genant der ackerman von böhem dem gar ein schœne liebe frowe sin gemahel gestorben was Beschiltet den dot vnd wie der dot im wider antwurt und setzet also ie ein cappittel vmb das ander der cappittel sind xxxij. vnd vahet der ackerman an also zů clagen.
Neben diesem Titel links und oben läuft eine Zierleiste hin; unter dem Titel steht ein Holzschnitt, einen Bauern mit Dreschflegel und den Tod mit einer Leichenbinde und von drei Schlangen umwunden darstellend. Derselbe Holzschnitt, nur dass oben noch Gott Vater mit erhobenen Händen erscheint, steht auch unter der Capitelüberschrift: Der entscheit so got der herre dut zwuschen dem tod und dem ackerman. Ein drittes Bild folgt S. 46: Auf einem Kirchhofe kniet der Bauer betend auf einem Grabstein, rechts vor ihm die Frau im offenen Grabe in Leintücher gehüllt, oben Gott Vater mit segnenden Händen.
Am Schluss steht die Zahl LXXIIII; also ist diese Ausgabe 1474 und wie a. a. O. vermutet wird, von Conrad Finer von Gerhausen zu Esslingen gedruckt.
Mit c scheint sehr nahe zu stimmen d eine von Merzdorf im Serapeum 1850 S. 19 beschriebene Incunabel der Oldenburger Bibliothek, allerdings ein defectes Exemplar. 33 Bl. 4o zu 24 Zeilen ohne Signaturen. Merzdorf vermutet als Drucker: Sorg in Augsburg.
Selber vergleichen konnte ich auf der königl. Bibliothek zu Berlin (ebenso wie f k l m) den Druck e. o. O. u. J. und ohne Signaturen. 36 Bl. klein 4o. Unter dem Titel, der von dem in c nur in der Schreibung abweicht (ze male ... tod) steht ein Holzschnitt: die Frau todt auf einem Bette, vor ihr der Tod mit einem Bogen, hinter ihr der Ackermann mit einem Dreschflegel. Aus derselben Offizin stammen auch ein Streit der Seele und des Leibes u. a. Incunabeln der Berliner Bibliothek.
f: 18 Bl. 4o gleichfalls ohne Ort und Jahr, aber mit Signaturen und einem eigentümlichen Titel: Der Ackerman auss behme beclaget den tod seyner frawen; darunter ein Holzschnitt: der Tod mit einer Sense hinter einem Sarg, vorn der Bauer mit seinem Dreschflegel. Blatt A II beginnt (H)ienach u. s. f.
Die übrigen Ausgaben geben das Druckjahr an. Ueber die beiden zunächst folgenden entnehme ich meine Angaben aus Hain, Repertorium, wo auch a b c verzeichnet sind.