„Sagen Sie doch wenigstens dem Kleinen, wo seine andere Hälfte hingelaufen ist“, antwortete Maja in großer Erregung.

Kurt schüttelte ernst den Kopf. „Was das Schicksal trennt, soll man nicht wieder zusammenfügen“, meinte er. „Wer sind Sie?“

„Ich bin Maja, vom Volk der Bienen.“

„Das ist mir angenehm,“ sagte Kurt, „ich habe nichts gegen die Bienen. Weshalb sitzen Sie denn da herum? Das tun doch sonst Bienen nicht. Sitzen Sie da schon lange?“

„Ich habe hier geschlafen.“

„So“, machte Kurt mißtrauisch. „Hoffentlich haben Sie einen tiefen und gesunden Schlaf. Sie sind wohl eben erst erwacht?“

Maja bestätigte es, denn sie merkte, daß Kurt nicht gerne gesehn hätte, wenn sein Gespräch mit der Grille Iffi belauscht worden wäre, und sie wollte ihn nicht noch einmal betrüben.

Kurt lief hin und her und versuchte hinaufzuschaun. „Warten Sie,“ sagte er, „wenn ich mich etwas an jenem Grashalm aufrichte, werde ich Sie sehn können, und Sie können mir in die Augen schaun. Das wollen Sie doch jedenfalls gern.“

„Doch,“ sagte Maja, „das wäre mir sehr angenehm.“

Kurt fand einen geeigneten Halm, es war der Stiel einer Butterblume, und da die Blüte sich etwas zur Seite neigte, konnte Maja ihn ansehn, als er sich nun auf die Hinterbeinchen stellte und zu ihr emporschaute. Sie fand, daß er ein freundliches und liebes Gesicht hatte; ganz jung schien er nicht mehr zu sein; und er war etwas voll in den Backen. Nun verbeugte er sich, so daß die Blume ein wenig schaukelte, und stellte sich vor: