„Kurt,“ rief sie, so laut sie konnte, „lieber Kurt!“
„Machen Sie Platz“, rief der blaue Kurt, der es in der Tat war.
„Ich bin Ihnen ja nicht im Weg, Kurt,“ rief Maja, „ach, ich hänge hier über Ihnen, die Spinne hat mich gefangen.“
„Aber wer sind Sie denn?“ fragte Kurt. „Ich bin sehr bekannt, überall, das werden Sie jetzt voraussichtlich zugeben?“
„Ich bin die Biene Maja. O bitte, bitte, helfen Sie mir!“
„Maja? Maja? — Ach, ich erinnere mich. Sie lernten mich vor einigen Wochen kennen. Sapperlot, Sie sind allerdings in einer fatalen Lage, das muß ich zugeben, da ist freilich meine Hilfe nötig. Da ich augenblicklich Zeit habe, werde ich sie Ihnen nicht verweigern.“
„O lieber Kurt! Können Sie diese Fäden zerreißen?“
„Diese Fäden? Wollen Sie mich beleidigen?“ Kurt schlug mit der Hand auf die Muskeln seines Arms. „Sehen Sie her, Kleine, das ist so gut wie reinster Stahl! So was an Kraft finden Sie so leicht nicht wieder. Ich nehme andere Dinge auf mich, als ein paar Spinnweben zu zerschmettern. Sie werden Ihr Wunder erleben.“
Er kroch an dem Blatt empor, ergriff den Faden, an dem die kleine Maja hing, hielt sich daran fest und ließ dann das Blatt los. Der Faden riß und beide fielen zu Boden.
„Das wäre der Anfang“, sagte Kurt. „Aber Sie zittern ja, kleine Maja, ach Arme, wie blaß Sie sind. Wer wird sich denn so vor dem Tode fürchten? Dem Tod muß man ruhig ins Auge sehn, wie ich es zu tun pflege. So, nun werde ich Sie auspacken.“