Meine Heimat ist das Licht.
Heller Himmel meine Freude.
Tod und Leben wechseln beide,
aber meine Seele nicht.
Meine Seele ist der Hauch,
der aus aller Schönheit bricht,
wie aus Gottes Angesicht,
so aus seiner Schöpfung auch.
Die kleine Maja überkam ein heftiges Schluchzen, sie konnte sich nicht erklären, was sie so traurig machte und sie gleichzeitig so beglückte.
Da wandte sich das kleine Menschenwesen nach ihr um:
„Wer weint denn da?“ fragte es mit seiner klaren Stimme.
„Ach, das bin nur ich“, stammelte Maja. „Entschuldigen Sie, daß ich gestört habe.“
„Warum weinst du denn?“
„Ich weiß es nicht,“ sagte Maja, „vielleicht nur, weil Sie so schön sind. Wer sind Sie, ach sagen Sie es mir, wenn ich nicht zuviel verlange. Sie sind sicher ein Engel.“
„O nein,“ sagte das kleine Wesen und blieb ganz ernst, „ich bin nur ein Blumenelf. Aber du kannst ruhig du zu mir sagen. Was machst denn du kleine Biene in der Nacht draußen auf der Wiese?“
Der Elf flog zu Maja hinüber, setzte sich auf ein gebogenes Lilienblatt, das ihn sanft schaukelte und betrachtete die kleine Biene ernst und freundlich. Und während Maja ihm erzählte, alles was sie wußte und wollte und was sie getan hatte, sahen immer die großen dunklen Augen aus dem weißen Elfengesicht sie an, unter dem goldenen Haar hervor, das im Mond zuweilen wie Silber glänzte.