Als das himmlische Kind nach einer Weile seine Augen aufs neue aufschlug, da war ihm, als sei die Erde mit ihren fernen Hügeln in der Runde ein grüner Kelch und der strahlende Himmel eine große, blaue Blume. Dieses Bild voll Glanz und Stille verwandelte sein Herz auf wunderbare Art, und ihm war zumut, als wäre er einst in seiner tiefsten Jugend so hell gebettet und so wohl geborgen gewesen wie nun. Es ist das Glück, das Glück, dachte er erzitternd, überall schafft es die Heimat. Und er erhob seine Stimme, in der strahlenden Erdenblume seines Traums, wandte sich an die himmlische Sonne und sang:

Schließ mich wieder ein in deine Freude,
deine Anmut, deinen hellen Sinn,
daß ich mich in deinem Glück bescheide
und empfinde, daß ich glücklich bin;

Daß ich selig deine Kräfte schaue
und des Herzens Trauer, wie ein Lied,
deiner Stille, deinem Licht vertraue,
deinen Glanz im fröhlichen Gemüt.

Keine Liebe hat mich überwunden,
so wie deine es am Morgen tut.
Sieh mich offen und zu dir gefunden,
und mach’ meine Seele hell und gut.

Kaum war das Lied im grünen Glänzen verklungen, da rief jemand dicht neben dem Elfen. »Ausgezeichnet, famos! Sie haben eine Stimme, die sich hören lassen kann, mein Lieber! Sind Sie ein Engel?«

Der Elf mußte lachen, er konnte nicht anders. Dicht neben ihm saß auf einem Blatt ein Maikäfer und sah ihn mit großen Augen vergnügt an. Aber als er nun den Elfen lachen hörte, klappte er die Fächer seiner braunen Fühler zusammen und runzelte die Stirn.

»Warum lachen Sie?« fragte er ernst.

Der Elf grüßte ihn freundlich. »Ich war sehr überrascht,« sagte er, »deine Frage klang so ganz anders als mein Lied. Entschuldige nur, ich meinte es nicht böse.«

»Erwarten Sie, daß ich meine Frage singe, statt sie zu sprechen?« fragte der Käfer. »Aber wahrscheinlich haben Sie gelacht, weil ich immer noch da bin.«

»Du bist ja eben erst gekommen.«