Goy las in meinen Zügen.

„Vergiß,“ sagte sie, „woran mußt du denken? Hier ist weder Zeit, noch Tag und Nacht.“

„Und doch, du Geliebte dieser kleinen Ewigkeit, ist nicht das Leben länger als die Jugend?“

„Nein,“ sagte Goy sicher, und ihr Lächeln hatte etwas unfaßlich Überzeugendes, „vielleicht für euch Männer, aber für uns Mädchen nicht. Eine alte Frau ist schlimmer als eine ausgepreßte Mangofrucht, mit den Gliedern welkt die Hoffnung, denn das Blut verliert seine Stimme, der der Gang der Welt gehorcht. Kein Kind wird meine Freude sein.“

„Was kann ich für dich tun, Goy? Nimm alles, was ich habe!“

„Ich nehme nichts“, sagte das Mädchen. „Ich habe niemals etwas genommen. Die Alte nimmt. Sage mir, daß ich schön bin und daß ich dich beglückt habe.“

„Du bist sehr schön.“

„Du sagst nur das eine, so bist du undankbar, oder du bist von denen, die niemals sich selbst vergessen können, als wären sie so wichtig, ach, so wichtig!“

Sie kam mir ganz nah und sah mir unter die Augen, dann zog sie gelinde den Finger vom Winkel meines Auges über die Wange und um den Mund herum, seufzte tief auf, als beklagte sie mich, und nickte.

Ich schloß die Augen. Die feuchte Blüte an ihrem Gürtel näherte sich meinem Gesicht, und mir war für einen Augenblick, als legte sie sich kalt auf meine Stirn.