Es bleibt eine Weile still. Von draußen klingt der Lärm und die Rufe der Arbeitenden. Jörgen verriegelt die Tür.

Die Pflegefrau

Ich ließ den Pfarrer rufen. Es tut not.
Wie wünsch ich, daß ihn diese Stunde bringt.
Oh, steht mir bei! Bernd Oerlsund ringt
mit seinem letzten Funken Leben.

Jörgen

Gebt ihm den Trank, der Anfall wird sich geben.
Daß auch die Botschaft, die er eben hörte,
dem Sterbenden die letzte Kraft empörte.
Ach, ich bin traurig. Dieses weiße Haar
an meinen Schläfen ist mit ihm erbleicht.
Ach einst, als er ein kleiner Knabe war,
hab ich die ersten Ruder ihm gereicht.
Die Kunst des Schwimmens hab ich ihm gezeigt,
ich hab bewacht, in dienender Geduld,
sein ganzes Leben, ohne Ruh und Schuld.
Ich seh im Geist, um dieses Bett geschart
die Menschen, die sein starker Arm bewahrt,
ich hör Gebete, Schluchzen, Dank,
ich seh sie knien und jauchzen, bleich vor Freude.
Ein junges Weib, das seinen Hals umschlang,
ward so, dem Tod entrissen, ganz die Seine.
Ach, Holgers Mutter hat der Tod genommen,
wie er sie brachte, fremd und über Nacht.
Auf meinen Armen hat das Kind gelacht,
an meinem Herzen ist sein Leben kommen.

Bernd Oerlsund

Tiefe Nacht du ohne Morgen,
sinkst du auf mein liebes Leben,
und der neue Tag kommt ohne mich?
Kommt mit Licht und Dank und Sorgen,
und das Meer beruhigt sich ...

Er lauscht hinaus.

Stunden kommen, Tage, Wochen,
Jahre, meinem Sinn verhüllt ...
Meine Kraft ist ungebrochen,
meine Wünsche ungestillt.
Laßt mich leben! Über Maßen
schaurig ist die Nacht, die naht.
Erst im Dunkel kann ich fassen,
wie das Licht der Seele tat.

Es pocht heftig.