Herr, es war Unrecht. Seht, ein alter Mann,
der lange hier gedient hat, spricht Euch an
und bittet Euch, vergebt die Ungebühr,
mein weißes Haupt entschädigt Euch dafür.
Ich weiß es, daß Naemis Gegenwart
die Ruhe scheucht, die wir ihm alle gönnen.
Er wird den Kelch des Herrn nicht nehmen können.
Das letzte Lebensfünklein arm bewahrt,
wird neu entfacht zu Zorn und Haß entbrennen.

Naemi

Er streckt die Hände nach mir aus!
Oh, lieber Vater, glaube meiner Treue.
Wie lange sah ich nicht dein liebes Haus,
in dem ich Kind war. — Vater, ach erneue
noch einmal, eh der Tod dein Sein beschließt,
die alte Liebe, die ich flehend suche.

Bernd Oerlsund

Wie, ist dies Bild das letzte Licht der Erde?
Bist du ein Engel, daß ich selig werde?
Ach, wie von Herzen hab ich dich geliebt.
Du bist es wahrhaft? Ach, den Traum zerstört
die dunkle Welt, der noch mein Leib gehört.
So kommst du heute, um mir abzubitten,
was ich durch deinen leichten Sinn erlitten.
Ach, du kommst spät, und doch, hätt’st du gesäumt!
Ich hätte lieber so von dir geträumt,
wie du als Kind warst, eh man dich genommen.
Hinweg! Du bist mir herzlich unwillkommen.

Arne

zu Oerlsund

Im Schatten der allmächtig dunklen Flügel,
die Euch behüten, löschen manche Lichter
der irdischen Erkenntnis ängstlich hin.
Bedenkt, verändert schaun die Angesichter
der schwachen Menschen, wie von Anbeginn,
und ohne Schein der armen Tagesplage.
Wie leicht und mühlos löst sich manche Frage,
kein Vorteil winkt, kein Nachteil droht.
Was Pflicht und Klugheit einst gebot,
sinkt klein dahin im Schatten dieser Flügel.
Zürnt nicht Naemi, daß sie zu mir kam,
und zürnt nicht meiner Liebe, die sie nahm.

Bernd Oerlsund

Auch Ihr seid da? Hat alles sich verschworen,
mir meine letzte Stunde zu vergällen?!
Schweig still, Verführer! Hohle Narrenschellen
sind deine falschen Worte meinen Ohren.