Zwar habt Ihr es noch nicht gesagt, Herr Rat,
doch weiß ich wohl, was Euch bewogen hat,
die sorgenschwere Fahrt zu übernehmen.
Nehmt doch, ich bitte Euch, dort den bequemen
und alten Sessel, daß des Leibes Ruhe
dem Gang des Geistes gute Dienste tue.
Und was den Ort und mich darin betrifft,
und was Ihr allgemein nicht ganz begrifft,
laßt Euch berichten, daß die Einsamkeit
der ernsten, weiten Küste mich verlockt.
Hier, wo der Puls des lauten Lebens stockt,
lausch ich dem Widerhall der Ewigkeit.
Ich bin gewiß geneigt Euch anzuhören,
doch eins sei in Respekt vorausgeschickt:
Ich lasse mich sehr ungern hierorts stören.

Der Kirchenrat

Mir scheint, wir nähern uns schon dem Konflikt.
Doch hoffe ich, es geht im Lauf der Zeit
vielleicht mit etwas zartrer Höflichkeit.

Arne

Die Höflichkeit wird uns nur hindern, Herr,
sie wird in dieser Lage von uns Zwei
doch nur ein Mittel, um den heißen Brei
bis zur Erschöpfung ängstlich zu umkreisen.
Ich hörte sie von guten Köpfen preisen,
hier sind mir diese Köpfe einerlei.
Sagt frei und offen, was Ihr denkt und wollt,
versucht zu fassen, was Ihr hören sollt.

Der Kirchenrat

Ein sonderbarer Mann seid Ihr, nur Jugend
kennt soviel Gleichmut gegen das Geschick,
doch nur die Jugend hat zugleich das Glück,
und Wagemut ersetzt ihr oft die Tugend
der ernstlichen Besinnung, der Geduld.
Doch eines Mannes Trotz wird rasch zur Schuld,
wenn er die sittliche Gemeinschaft stört.
Ich muß gestehn ...

Arne

Sagt mir, was Ihr gehört.
Es wird Euch schwer? Ich nehme gerne an,
daß oft nur Zartgefühl Euch hindern kann.
So will ich mich aus Höflichkeit bequemen,
Euch einen Teil der Rede abzunehmen:
Man hat gehört, es kam den Herrn zu Ohren,
in Norby sei der Pfarrer obstinat,
die Seelen gingen unter ihm verloren
wie unter Hagel Kohl und Kopfsalat.
Nun kurz und gut, daß seine Kanzellehre
mit keinem Dogma zu vereinen wäre.

Der Kirchenrat