Mir bleibt sein Blut, das wir am Altar reichen,
für alle Sünder das Erlösungszeichen!
Arne
Wer nicht den Gott im eignen Blut gefunden,
der wird in keinem Abendmahl gesunden.
Der Liebe ewig selig Element
ist unerringbar, von Beginn gegeben!
Gesegnet, wer die eigne Fülle nennt,
er kennt die Ewigkeit, er kennt das Leben.
Verfehlt Geschlecht, das du um Liebe ringst
und Liebe lehrst, verraten Haus des Herrn,
das Liebe spendet, selbst der Liebe fern.
Betrognes Land, das so den Kelch empfängt,
als Zeichen einer stets bereiten Huld.
Es tilgt kein Gott die Fülle unsrer Schuld,
wenn nicht in uns die Fülle Gottes drängt.
Kein Opfer schließt die goldne Pforte auf!
Ach, nur die Liebe findet keine Schranken,
wie Licht zu Licht in ungehemmtem Lauf
hinüberrinnt, Gedanke zu Gedanken.
Das heißt ihr Wort: sie höret nimmer auf.
Der Kirchenrat
Mit solchem Hochmut Gottes Knecht zu sein,
dünkt mich Verrat an allem, was wir ehren,
mit Spintisieren und mit Grübeleien
vergiftet Ihr des Heils erprobte Lehren:
Nun fühl ich erst, von Herzen abgeneigt,
wie recht die Klage war, die uns erreicht.
Mich täuscht nicht Eure gut gespielte Kraft,
Euch hetzt der Teufel Eurer Leidenschaft,
der holt seit je für den Entschuld die Gründe
frech aus den Tiefen der gescholtnen Sünde.
Er hat noch stets, was er mit List beschmutzt,
für den Verführten ruhmvoll aufgeputzt.
Die Leidenschaften zeichnen Eure Spur,
Ihr lästert Gott, Ihr lästert die Natur!
Arne
Ihr hörtet nie im Lenz die Erde kochen,
saht nie den Zorn des Meers an Felsen sprühn,
seht nur das Kleine, das der Kampf zerbrochen,
und nie die Flammen, die zum Himmel blühn. —
Daß selbst im Kleinsten ewige Symbole,
und daß im Größten nur wir selber glühn,
erkennt Ihr niemals. Des Verführers hohle
und arme Weisheit zeichnet Euch den Gott.
Der Kirchenrat
Ihr übt Verrat, Herr Pfarrer, diesen Spott
wird Euch der Herr der Güte schwer vergeben.
Der Satan, den Ihr nennt, hat Sinn und Leben
von Euch in arg verwirrender Gewalt,
hat Euch der Schrift beglückenden Gehalt
verfälscht zu weltlich überspannten Lehren.
Arne