Das mögen die Alten, die nichts mehr begehren,
hinter dem Ofen einander lehren.
Ich finde mich nie und nie darein.
Naemi war mein, Naemi ist mein.
Verflucht der Tag, an dem der fremde Mann
mit Satanskünsten und verstelltem Willen,
im heiligen Kleid sein Gaukelspiel begann,
um ihre reinen Sinne einzuhüllen.
Ach, dies Gewand der Schwermut lockt die Frauen,
Verrat an ihrer mütterlichen Seele
ist dieses Schauspiel aus Gelüst und Grauen,
das frömmelnd naht, auf daß es lüstern stehle,
was niemals aus gesundem, klarem Sinn,
aus Freimut oder Lust gegeben würde.
Er lockte durch die priesterliche Hürde
ein arglos Kind zu seinem Schandbett hin.

Jörgen

Nimm dich in acht, des Pfarrers Wert
mit Ungebühr herabzusetzen!
Hat er Naemi je für sich begehrt?
Ein weites Herz ist leichter zu verletzen,
als zu erkennen. Schweig und hüte deins!
Sie ging zu ihm, er nahm sie hin,
weil sie nicht leben konnte ohne ihn.

Holger

Nur umso bittrer kränkt mich ihr Geschick.

Jörgen

So manche leiden unter ihrem Glück.
Bedenke wohl, Naemi ist kein Kind
aus deiner Heimat und aus deinem Land.
Von Meer und Sturm ward sie uns fremd gesandt,
mit ihrer Seele, die in Licht und Wind
aus heißen Wundern unter uns erwachte.
Gott, der sie einst in unsre Mitte brachte,
der wußte auch, wozu er sie bestimmt.

Holger

Damit sein Diener sie zur Dirne nimmt.

Jörgen