Ich geb es Euch auf Eid, verbrieft, versiegelt.
Mein Gott, was ändert das am Tatbestand?
Naemi hat die Burschen aufgewiegelt.
Wer gab die Macht in ihre schwache Hand?
Wo führt das hin? Der Satan soll uns schonen.
Wer hätte das von einem Weib geglaubt?
Wir haben sie dem Meere einst geraubt,
nun rächt es sich. Das Meer gebiert Dämonen.

Der Amtmann

Wär nur die wüste Bande eins geblieben;
es würde leichtes Spiel gewesen sein.
Sie hätten uns den Pfarrer bald vertrieben.
Nun aber plötzlich bilden sich Partein.
Schon kracht die Tür, der Dachfirst loht,
da plötzlich sieht sich Freund von Freund bedroht,
und unterm Tor, im rauchenden Gedränge,
entwickelt sich ein blutig Handgemenge.

Der Küster

Ich sah’s. Ein Bursch, ein halber Knabe noch,
warf sich dem jungen Oerlsund blind entgegen,
ganz ohne Waffen, schweigend, totverwegen.
Wo Oerlsund zupackt, schließt das letzte Loch.
Er sank ihm wie ein Toter von der Brust.
Der Oerlsund hat den rechten Griff gewußt.
Herr Gott, wenn ich mir denke, diese Faust
säß’ mir am Halse ... Heiland, wie mir graust!

Der Amtmann

Was soll man da für Recht und Unrecht halten?
Mir schwankt das Herz in Zorn und tiefem Leid.
Und wo der Himmel, wo die Hölle walten,
erkennt kein Sterblicher mit Sicherheit.
Gewiß ist nur, der Pfarrer wollte leiden,
was trieb sein Herz in Kämpfe und Gefahr?
Ich möchte nicht mit Sicherheit entscheiden,
von welchem Geiste dieser Fremde war.

Der Küster

Mir scheint vor allen Dingen eins gewiß,
er säte Zwiespalt, brachte Ärgernis.

Der Amtmann