Nahm mich die alte Kirche freundlich auf?
War ich ihr Kind noch, daß sie mich empfängt?
Oh, welche Macht hat mich hierher gelenkt,
die mich zuletzt in diesen Frieden drängt,
als sei er noch mein Erbteil und mein Dank.
Hast du dein Kind zurückgerettet,
du trüber Geist, den ich mit Inbrunst haßte,
daß nun dein Sinken spät noch die erblaßte
und kalte Stirn in seinen Schatten bettet?
Daß mir im Licht der neuen Lebensmacht
der Wert der alten mütterlich erglänze,
daß so die Zukunft die verwehten Kränze
des alten Ruhms dem neuen würdig macht?
Denn nur aus alter Wahrheit blüht die neue!
Erlöser, gib, daß ich sie sterbend schau,
und daß im Scheiden die verirrte Treue
sehend dem neuen Licht vertrau.

Naemi

Oh sieh mich an! Bin ich dir nichts?
Wem gilt das Leuchten deines Angesichts?

Arne

zu Christus empor

Ich haßte, was dein lichtes Bild entstellt,
und haßte, die dein Erbe frech entweihten,
der du, geneigt, den reinen Sinn der Welt
geläutert hast im Licht der Ewigkeiten.
Gekreuzigter, wer krönte dein Erblassen?
Was sah dein Auge, als es einsam brach?
Was litt dein Herz, als deine Lippe sprach:
Warum dich Gottes Herrlichkeit verlassen?
Sei mir geneigt, du, dessen Kraft besteht,
in dessen Wahrheit endlich doch vergeht,
was unsre Armut deinem Wert genommen.
Wenn auch mein armes Lebenswerk verweht,
ist doch dein Reich in mir gekommen.
Du weißt, es gibt kein andres Gericht
in der Welt als das Licht.

Zusammensinkend

Dem ich mich nun erst ganz vertrau,
da ich es leiblich nicht mehr schau.

Stimmen, Lärm und stürmisches Pochen gegen die Tür der Kirche.

Naemi