Das schaffte man auch mit unausgeruhten Knochen ... mit einem noch so wüsten Brummschädel.
Erhitzt vom Tanz goß man einen Schoppen nach dem andern in die glühende Kehle. Bald waren die Leutnants Klocke und von Finette wie die Staubsäulen betrunken. Energischer Zuspruch älterer Kameraden mußte sie zum Heimschwanken bewegen. —
Die Tanzlust war noch nicht gestillt. Da die Regimentsmusik verschwunden war, setzte sich der kleine Carstanjen ans Klavier und hieb eine wilde Walzermelodie in die Tasten hinein ...
All die unruhvollen jungen Männerherzen, in denen die Erregungen des Festes nachzitterten, lechzten unbewußt nach einem letzten äußersten Austoben ... Einer umfaßte den andern ... und bis zum Umfallen wurde gewalzt.
Verschlafen lungerten die Ordonnanzen in den Ecken herum und starrten mit blöden, verwunderten Augen auf das wilde Treiben ihrer jungen Herren ...
Schließlich wurden sie hinausgeschickt.
Und auf den hohen gotischen Stühlen, die sonst feierlich die Regimentstafel umstanden, wurde nun ein toller Ritt ausgeführt ... dann nach dem krähenden Kommando des kleinen Carstanjen ein großes Schwadronsexerzieren ...
Ein jeder hatte sich dazu bewaffnet ... Eine große Trophäe von alten Ritterschwertern, Hellebarden und Morgensternen, welche die Wand des Rauchzimmers zierte, war zu diesem Zweck geplündert worden ...
Ein abenteuerliches Bild, die jungen Herren mit aufgeknöpften Waffenröcken ... rittlings auf den hochlehnigen Stühlen ... ausgerüstet mit phantastischem Gewaffen aus alter Ritterzeit ...
»Eskadron — Galopp —!«