»Ausgezeichnet — ganz vorzüglich, gnädige Frau!«

»Ach was — ihr immer mit eurer langweiligen gnädigen Frau —! Machen wir's uns doch endlich mal gemütlich: sagen wir du zueinander!«

Tief erglühend vor Seligkeit boten die Mädchen der vergötterten Wirtin ihre Lippen.

Und über alle drei kam's wie ein Festrausch. So herrlich strahlte draußen die Spätsommersonne ... die eben leise sich bräunenden Bergwälder schlossen sich so traulich um das Schlößchen wie ernste, fromme Hüter eines geheiligten Asyls ...

Und immer näher ... immer drängender scholl draußen das mächtige Geläute der Kanonen auf den Höhen ringsum ...

»Ach, Kinder, das Leben ist doch schön!«

»Das weiß der Himmel!« sagte Nelly aus tiefer, dankbar hoffender Brust.

»Ja wahrhaftig, das weiß der Himmel!« echote auch die Neunzehnjährige ... und sie träumte von einem, der morgen abend zwar nicht hier mit an der Tafel sitzen würde ... den sie aber doch sehen wollte ... heimlich, verstohlen sehen — und küssen ... draußen irgendwo in den verschwiegenen Bosketten, die sich über den Trümmern der alten, nicht wieder hergestellten Bastionen buschten ...

Sie mußte ihn ja trösten ... mußte ihn entschädigen für die Unbill, die der widerwärtige Quincke ihm zugefügt ... offenbar mit Absicht in ihrer Gegenwart ... um ihn zu blamieren vor ihr ...!

Zu blamieren vor ihr ... haha ... als ob das möglich gewesen wäre ...!