— Als Flamberg sich umwandte, dem Kompagniezelt zu — stand plötzlich der Hauptmann von Brandeis hinter ihm: »Guten Abend, Flamberg — haben Sie einen Moment Zeit für mich?!«

»Zu Befehl, Herr Hauptmann!«

»Kommen Sie ... wir gehen ein paar Schritte in den Busch hinein ...«

Stumm folgte Martin Flamberg — in seinem Kopf und Herzen war ein brandender Schwall — er konnte nichts denken — nichts fühlen ...

Unter der vordersten Buche des Gehölzes machte der Hauptmann halt. Dicht standen die Männer einander gegenüber ... ihre Gesichter schimmerten nur schwach im Widerschein der Biwaksfeuer ...

»Wir wollen nicht viele Worte machen, Flamberg ... Sie haben mir sehr ... sehr weh getan ... wissen Sie das ...?«

»Ich weiß es, Herr Hauptmann!«

»Was Sie sich dabei gedacht haben — Gott mag's wissen! — Ich will zu Ihren Gunsten annehmen, nicht allzuviel! — Ich will Ihnen auch nicht Moral predigen — ich wette, das haben Sie selber genügend besorgt in den Stunden seit ... seit gestern abend ... also zur Sache: es ist der Wunsch meiner Frau ... daß Sie und ich uns ... friedlich ... auseinandersetzen. Ich respektiere diesen Wunsch ... und ... ohne daß Sie erst darum zu bitten brauchen ... soll Ihnen verziehen sein.«

»Herr Hauptmann!« stammelte Martin.

»Ich versteh das alles ja sehr gut ... Sie sind — wie sagt man doch — eine glänzende Erscheinung ... ein außergewöhnlicher Mensch ... eine Berühmtheit ... Ich bin ein einfacher Soldat ... Aber ich hab diese Frau sehr lieb ... ganz gewiß lieber, als irgendein anderer Mensch sie haben kann ... und schließlich bin ich doch am Ende ihr Mann, nicht wahr?! Also kurz: Meine Frau hat mir erzählt: was zwischen euch beiden geschehen ist, gestern abend ... das ist ein Abschied gewesen ... Nun — so will ich's denn als ... Abschied ... gelten lassen. Nur eins versprechen Sie mir, Flamberg, nur das eine: halten Sie das Angedenken dieser Frau in Ehren ... in hohen Ehren, Flamberg! wollen Sie mir das versprechen ...?«