Der Kleine salutierte: »Erster Zug — Gewehr in die Hand ... die vorderste Gruppe als Spitze — schwärmen — der Rest des Zuges folgt unter dem Sergeanten Clausen!«
Und der Vormarsch der ersten Kompagnie gegen den Feind begann ...
Flamberg schritt in munterm Geplauder mit dem jüngern Kameraden fünf Schritt vor der Spitze ...
Hei ... welche Lust, Soldat zu sein ...!
Welche Lust ... zu friedlichem und doch so ernstem und wichtigem Waffenspiel in die blauen Morgennebel hineinzupilgern ...
Nach einer halben Stunde war der Saum des Exerzierplatzes erreicht.
Selbstverständlich brauchte kein Geist vom Himmel herabzusteigen, um dem Kompagnieführer zu sagen, daß der Feind am Kastanienwäldchen liege ... das war ja doch natürlich seit Jahrzehnten immer so gewesen ...
Und glatt und reglementsmäßig entwickelte sich der Angriff der Ersten unter den Augen der Schiedsrichter von der Hohen Tanne her auf das Kastanienwäldchen zu ... das Gelände wurde trefflich ausgenutzt ... bald zugweise, bald gruppenweise ging die Kompagnie im Sprung über die kahle Tenne des Platzes gegen den heftig feuernden Gegner vor ... Und Flamberg begriff nur das eine nicht: daß die ganze Sache so glatt vonstatten ging.
Er war darauf gefaßt gewesen, einen Flankenangriff von links zu erleben, und hatte infolgedessen in das Gehölz zu seiner Linken eine starke Gefechtspatrouille geschickt ... Jeden Augenblick erwartete er deren Warnungsschüsse zur Linken zu vernehmen ... aber nichts erfolgte. Und hundert Meter vorm Kastanienwäldchen setzte Flamberg zum Sturmangriff an ... Mit gezogenem Säbel sprang er zwanzig Schritt seiner Kompagnie voran beim Sturmmarsch der Tambours und dem dröhnenden Hurra seiner Füsiliere.
Gerade auf die Mitte des Wäldchens rannte er los, wo die berittenen Offiziere hielten, denen sich inzwischen, das sah er schon von weitem, der Bataillonskommandeur mit seinem Adjutanten beigesellt hatte ...