»Ach, das war wohl nicht mehr als Christenpflicht von Nelly, Herr Leutnant!«

»Werde ich die Ehre haben, das gnädige Fräulein selbst zu sehen —?«

»Meine Töchter sind wieder ausgeritten, aber sie müssen jeden Augenblick wiederkommen!«

Einen Augenblick Stille. Wilhelm Frobenius fühlte sich namenlos geniert.

Frau von Sassenbach hatte inzwischen ihre Prüfung beendet — — Nein — der Herr war ungefährlich!

Und in viel liebenswürdigerm Ton stellte sie nun die üblichen Fragen: Wie der Herr Leutnant sich im Regiment gefalle ... wie er mit seinem Kompagniechef zufrieden sei ... ob er sich auf das Manöver freue. — — Er sei ja wohl Gelehrter im Zivilverhältnis — und aus Bonn — sieh da — aus dem schönen Bonn am Rhein.

Ob er auch die dortigen Verwandten ihres Mannes, Seine Exzellenz den Generalleutnant a. D. von Sassenbach und seine Damen kenne —

Das mußte Frobenius natürlich verneinen —

Hinter seinem Rücken öffnete sich mit raschem Ruck die Tür. — Er fühlte: da ist sie — —

»Ah, sieh da — der Herr Leutnant Frobenius — na, endlich!« Schelmisch drohte das Mädchen mit dem Finger.