3) Siehe V. Kauder "Das Deutschtum in Polnisch­Schlesien", Plauen 1932 S.326/7. Dort erwähnt ist auch ein Rezitationsabend von Edith Herrnstadt Oettingen, Berlin, einer Cousine meiner Mutter, man sieht also, daß das liberale Element in diesem Kulturprogramm gut vertreten war.

4) siehe Lucjan Meissner: "Niemieckie Organizacje Antyfaszystowskie w Polsce 19331939". Warszawa 1973 S.163f.

5) Meissner a.a.O. S.227f.

6) Meissner S.233.

7) W. Hellpach erinnert sich in "Wirken in Wirren" I S.88 und 90/1 an die Unterschiede nationaler Einstellung. die er als Jugendlicher zwischen dem deutschen Landeshut und Trautenau auf der böhmischen Seite der Sudeten beobachtet hatte.

8) Dr. E. Pant war eng verbunden mit Pater Friedrich Muckermann S.J., der auch durch seinen Widerstand gegen die Nationalsozialisten bekannt wurde. In Pater Mukkermanns Erinnerungen "im Kampf zwischen zwei Epochen" ist Dr. Pant eingehend erwähnt (S.503/6) und man findet auch den starken Vorbehalt gegen liberale Einflüsse.

9) Dazu Hans Bernd Cisevius "Bis zum bitteren Ende", Zürich 1946. I S. 207f und S.282.

10) Auswanderung aus Deutschland schien mir schon damals dringend für alle Juden. Wir hatten noch keine Devisenbeschränkungen dagegen in Polen und hätten ihr das Geld z.B. nach London überweisen können, wo es für ihr Leben gereicht hätte. Ich traf mich mit ihr allein in einem Cafe am Zoo, und riet ihr dazu, aber ihre Berater waren dagegen.

11) Dazu gehören der Schulfreund Ludel Berliner, die jüngeren Ernst Berliner und Walter Rosenbusch. Auch Karl­Heinz Lubowski war von den Rassegesetzen von 1935 betroffen, gab sein juristische Laufbahn auf, studierte in Basel protestantische Theologie. kam immer wieder nach Hause, hoffte, nach England auszuwandern, aber fand dann im Krieg Unterschlupf in einer Stellung im Konsistorium in Königsberg; auf der Flucht bei Kriegsende ist er umgekommen.

12) In 1937 lief der 15jährige Genfer Minderheitenschutzvertrag ab. Es hatte in Deutsch­Oberschlesien die dortigen Juden in unvorhergesehener Weise von manchen Bestimmungen Hitler'scher Rassengesetzgebung vorläufig geschützt. Das änderte sich nun. Auf der polnischen Seite betraf es auch, wer 1922 für Deutsche Staatsbürgerschaft optiert hatte, sie durften nicht mehr in Polen bleiben. Dazu gehörte auch Franz Goldstein, er wurde ein deutscher Emigrant, ging zunächst nach Prag, dann nach Palästina. Die Literaturbeilage der Wirtschaftskorrespondenz wurde aufgegeben, und meine Artikel auch.