Sie gab seine Hand nicht frei.
So saßen sie schweigend, nur der Herzschlag hämmerte durch die Stille.
Hier und da klang vom Schacht ein Klingelsignal oder halbverwehtes Rufen herüber.
Mit milden Worten sprach Klaus Tiedemann seinem Kinde Mut zu. Daß sich alles im Leben gäbe — ganz von selbst —, was vordem unerträglich geschienen! Man wisse nicht, wie das Unglück entstanden sei. Niemand trage die Schuld. Es seien ja alles bisher nur Mutmaßungen.
Mit irren Blicken sah sie im Zimmer herum; bei jedem Laut schauerte sie zusammen:
»Er hat seine Arbeiter betrogen, ich hab' drum gewußt.« Sie bedeckte mit den zuckenden Händen das Gesicht und warf sich in krampfhaftem Schluchzen in die Kissen.
Klaus Tiedemann griff eine kalte Faust an den Rücken:
»Weißt du, was du redest?« Er dämpfte die Stimme. »Du kannst deinen Mann ins Zuchthaus bringen mit solchen Worten.«
»Sei's drum.« Leidenschaftlich richtete sie sich in die Höhe. »Er hat es hundertfach verdient; ich hasse ihn und alle seinesgleichen. Oh, wie ich ihn hasse!« Sie glitt zu Boden und schlug schwer mit dem Kopfe auf die Dielen.
Mit zitternden Händen hob er sie auf.