»Wenn wir sie übernehmen, ist der Verdienst von ein paar Jahren hin.«

»Und doch werden wir es tun müssen.«

Wieder schwiegen beide.

Gerhard hatte einen Bleistift ergriffen und rechnete auf einem Blatt Papier herum.

Es war ganz still; nur vom Vorraum hörte man das Klingeln des Telephons.

Dann hob Gerhard den Blick:

»Wir sind die Hauptgläubiger; wenn wir alles aufgeben, verlieren wir zuviel! In ein paar Jahren kann man wieder anfangen zu verdienen; wir haben ja manches Etablissement, das passiv ist.«

Nachdenklich sagte sein Vater:

»Nur sehe ich kein Mittel, wie man das Ganze wieder hoch bringen kann.«

»Doch, Vater, du mußt bedenken, daß er alles hat verkommen lassen, daß er von der Fabrikation nichts versteht. Er hat die Fabriken doch nur gekauft, um seinen Gläubigern damit die Augen auszuwischen — alles andere war ihm gleich. Wenn man geschickt arbeitet und die Schnaps- und Branntweinproduktion auf ein bescheidenes Maß einschränkt, so läßt sich viel erreichen. Ich würde das Hauptgewicht auf die Spiritusfabrikation legen. Spiritus kann heutzutage die Konkurrenz mit allen flüssigen Brennstoffen aufnehmen. Der Nutzeffekt ist glänzend, die Herstellung nicht allzu teuer und die Preise nicht schlecht. Da läßt sich schon etwas machen. Als Ersatz für Benzin und Petroleum hat er große Vorzüge. Bei unserer ausgedehnten Landwirtschaft können Spiritusmotoren als Lokomobilen ausgezeichnete Verwendung finden. Natürlich müßte man die Kartoffeln soviel als möglich selbst bauen. Zum Beispiel in den Kohlenrevieren; statt daß man Getreide baut oder Wiesenland läßt, müßte man alles in Kartoffeläcker umwandeln. Das Klima und der Boden sind günstig die Fracht ist billig — auf die Art könnte man beide Unternehmungen gewissermaßen vereinigen.«