Eben so belohnend sind Wanderungen abwärts an der Elbe nach Wendischfähre, oder in die freundliche Umgegend des Dorfes Prossen, oder bis zu den ersten Mühlen in dem reizenden Kirnitschthale, wo wir gleich oberhalb des Bades links einen Freiplatz unter einer Felsenwand sehen, der im Jahre 1818 zum Andenken der Jubelfeier des Königs den Nahmen Friedrich Augusts Platz erhielt. Links vom Eingange des Thales steigt ein Pfad den Bergabhang hinan, der uns zunächst zu einem Standpunkte leitet, wo wir das Bad und die Oeffnung des anmuthigen Thals überschauen, und dann weiter auf die nach Altendorf und Lichtenhain führende Fahrstraße bringt.

[2] S. das Schandauer Gesundheitsbad, beschrieben von K. F. Montag. Pirna (1799) 8. 6.

[3] S. dessen Beiträge zur Erweiterung der Chemie, Band 1. (Freiberg 1804) S. 318. John bemerkt dagegen (Wörterbuch der Chemie, IV, 126) wenn das Wasser kein schwefelsaures Eisen enthalte, sei der Eisengehalt zu beträchtlich angegeben. Von neuern Untersuchungen der Quelle ist, so viel ich weiß, wenigstens öffentlich nichts bekannt geworden. Billig sollten Heilquellen von Zeit zu Zeit wiederhohlten Prüfungen unterworfen werden.

III. Reise durch den Kirnitschgrund über den Kuhstall, die Winterberge und das Prebischthor nach Hirniskretschen.

Wir brauchen einen vollen Tag zu dieser Reise, wenn wir von Hirniskretschen nach Schandau zurück kehren wollen, und müssen sie, den kurzen Weg bis zu Heidemühle im Kirnitschthale abgerechnet, in der angenommenen Richtung ganz zu Fuße machen. Wer bis zum Kuhstall fahren will, wählt die Straße über Altendorf, Mittelndorf und Lichtenhain, wo ein Weg zur Lichtenhainer Mühle abwärts, und dann der Münzweg bis zum Eingange der Felsenhalle führt.

Wir treten gleich hinter den Gebäuden des Bades in das Thal, und wandern auf dem linken Ufer der Kirnitsch, die uns entgegen rauscht. Das Thal wird bei jedem Schritte reizender. Rechts schließen es die hohen Ostrauwände ein, über deren waldige Felsengipfel einige Häuser des Dorfes Ostrau herabsehen. Links begränzt den Weg die felsige Uferwand, über deren Höhe sich die eben erwähnte Straße nach Lichtenhain zieht. Während der Fahrweg im Thale bis zur Heidemühle fort läuft, führt uns der Fußpfad bald über einen Steg auf das jenseitige Ufer, wo wir die Gränze zwischen dem Sandstein und dem links von der Höhe herab einfallenden Granit bemerken, der wahrscheinlich weit in die Tiefe unter dem Sandstein einschießt. Wir wandern auf einem Wiesenpfade, bis wir bei den waldigen Umgebungen der Ostraumühle wieder auf das rechte Ufer des Baches kommen. Die Mittelndorfer Mühle, wo man Bewirthung und im Nothfall ein Nachtlager findet, umgibt ein Kranz von Obstbäumen, unter dem Schatten des dunklen Waldes. Unweit dieser Mühle läuft der Weg an dem Stollen eines Kupferbergwerks hin, das der neue Segen Gottes hieß, um die Zeit des siebenjährigen Krieges aber in Verfall gerieth, und auch nach einem spätern Versuche zu einem neuen Bau ganz aufgegeben wurde. Wald und Wiesen laufen am linken Ufer des Baches fort, während am jenseitigen eine nackte Granitwand sich erhebt, bis bald auch hier wieder Sandsteinfelsen vorspringen. Jenseit des Baches öffnen sich die kahlen Felsenwände der Kroatenschlüchte, und bald kommen wir um eine vorspringende Felsenwand in ein breites heiteres Wiesenthal, das ein üppiger Wald umgibt, aus welchem graue Sandsteinfelsen hervor blicken. Die höher emporragenden Felsen, von Fichten und Tannen gekrönt, drängen sich bald wieder an die Wiesenufer des Baches, aber die Thätigkeit in den Steinbrüchen auf beiden Seiten, wo der Naturforscher viele Muschelversteinerungen findet, belebt die Landschaft.

An der linken Bergwand sehen wir bald einen Waldbach, das Beuthenwasser, herab eilen, der zwischen dicht beschatteten Felsenblöcken einen Fall bildet, und uns vielleicht anlockt, in der Schlucht hinauf zu gehen, die uns nach Lichtenhain bringt. Dem Falle gegenüber führt ein Steg über den Bach in den Dietrichsgrund, der zwischen hohen Felsenwänden zum kleinen Winterberge sich zieht, und aus welchem südlich die nassen Schlüchte zu den beiden Speichenhörnern laufen.

Ohne uns zu diesen Abschweifungen verlocken zu lassen, setzen wir die Wanderung im Kirnitschthale fort, wo links am Wege eine Höhle, durch welche wir gehen können, die Metze genannt wird. Wir kommen nach wenigen Schritten zu der anmuthigen Heidemühle. Wer in dieser Mühle, der letzten, die wir auf unserm Wege finden, und die uns mit wohlschmeckender Milch bewirthet, ausruhen will, kann die, eine Viertelstunde von hier entfernte Höhle am Wildenstein besuchen, und geht dann vielleicht durch den Habichtsgrund auf den Kuhstall.

Von der Heidemühle führt der Weg wieder auf das jenseitige Ufer und steigt dann am vorspringenden Felsen aufwärts, bis wir zum Fall des Lichtenhainer Baches kommen, der bei einer Grotte, der hohle Stein genannt, zwischen hohen, von Flechten, Moosen und andern Pflanzen mahlerisch bekleideten Felsenwänden herab stürzt, und dann über Wiesen zur Kirnitsch rinnt.

Unweit der Grotte fällt ein Fußpfad herab, der von Lichtenhain zum Kuhstall führt. Wer von Schandau zum Kleinstein und Arnstein geht, verfolgt hier den Weg aufwärts an der Kirnitsch, die ihn zur Lichtenhainer Mühle bringt. Wir werden künftig auf diesen Weg zurück kommen, und gehen jetzt auf das linke Ufer der Kirnitsch hinüber, wo wir am Abhange des Berges ansteigend, auf den oben erwähnten Münzweg kommen, der in einen, um den Fuß des Hausberges sich ziehenden Weg in den großen Zschand fällt. An der Münze, wo die gleichnahmige Pflanze häufig wild wächst, bietet uns der Münzborn ein treffliches Quellwasser, und wir ersteigen dann auf einem Pfade, den ein Geländer bequemer macht, den Hausberg. Ein auf beiden Seiten von Nadelholz eingefaßter Weg öffnet sich uns, und bald ragt die prächtige Felsenhalle, der